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Zweitmarkt für Lebensversicherungen – lohnt sich ein Verkauf?

Zweitmarkt für Lebensversicherungen – lohnt sich ein Verkauf?

7. Oktober 2013

Was in den USA und Großbritannien schon lange zum Alltag gehört, etabliert sich jetzt auch in Deutschland – der Verkauf von Lebens- oder Rentenversicherungen auf dem sogenannten zweiten Markt. Damit ist der Verkauf der Versicherungen an einen Investor gemeint und nicht die Kündigung oder Beleihung der Lebensversicherung, denn das lohnt sich in der Regel nicht. Der Verkauf auf dem zweiten Markt ist hingegen rentabel, vorausgesetzt man macht alles richtig.

Der lukrative Zweitmarkt

Eine lebensversicherung verkaufen kann viele unterschiedliche Gründe haben. Wenn Geld gebraucht wird, um einen teuren Kredit abzulösen, dann ist das ein Grund, eine Lebensversicherung vorzeitig zu verkaufen, aber auch eine Scheidung oder die Auszahlung eines Erbteils können der Anlass dafür sein. In Deutschland sieht es aktuell so aus, dass beinahe jede zweite Lebensversicherung vor ihrem regulären Ablauf gekündigt wird, das alljährliche Stornoaufkommen liegt mittlerweile bei mehr als zehn Millionen Euro. Wird eine Lebens- oder Rentenversicherung gekündigt, dann macht der Versicherungsnehmer in der Regel einen großen Verlust. Der Grund dafür liegt bei den Versicherungen, denn sie verlangen sehr hohe Gebühren bei einer Stornierung und der Versicherungsnehmer bekommt zudem auch nur den Rückkaufswert ausbezahlt. Clevere Investoren haben erkannt, dass es hier eine Nische gibt und so konnte sich der Zweitmarkt schnell etablieren. Es gibt einiges, was für den Verkauf einer Lebensversicherung auf dem zweiten Markt spricht, aber es gilt, einen passenden und vor allem einen seriösen Käufer zu finden. Schwarze Schafe gibt es besonders auf diesem Sektor, und wer zu fairen Konditionen verkaufen will, der muss sich die Zeit nehmen und die einzelnen Angebote sehr genau prüfen.

Welche Vorteile bietet der Zweitmarkt für Lebensversicherungen?

Einer der großen Vorteile gegenüber einer Kündigung besteht darin, dass derjenige, der die Lebensversicherung kauft, sie auch weiterführt und für den Verkäufer keine horrend hohen Stornogebühren anfallen, wie das bei einer normalen Kündigung der Fall ist. Auf diese Weise liegt der Verkaufswert immer über dem Wert, den die Versicherungsgesellschaften für einen Rückkauf zahlen. Wird eine Lebensversicherung gekündigt, dann entfällt auch der Schutz im Todesfall und auch dieser Schutz bleibt bei einem Verkauf auf dem zweiten Markt erhalten. Wer jetzt vielleicht schon über den Verkauf seiner Lebensversicherung zum Zweck der Kapitalbeschaffung Gedanken macht, der sollte sich aber nicht allzu früh freuen, denn nicht alle Lebensversicherungen eignen sich auch für den Verkauf auf dem Zweitmarkt. Lebensversicherungen sind immer individuelle Versicherungen, die sich unter anderem nach Tarifgenerationen, nach unterschiedlichen Bedingungen und auch nach den sogenannten Überschussdeklarationen unterscheiden. Für einige Versicherungen gibt es gute Angebote, für andere gibt es hingegen keine Chance, auf dem zweiten Markt verkauft zu werden. In diesem Fall gibt es noch die Möglichkeit, sich auf einer speziellen Plattform für Kapitallebensversicherungen umzuschauen. Dort können Lebensversicherungen durch einen Vermittler angeboten werden, der eine Provision bekommt, wenn er einen passenden Investor für die Lebensversicherung findet.

Der Verkauf einer Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt kann eine gute Alternative zu einem teuren Kredit sein. Wer dringend Geld braucht, der sollte sich die zahlreichen Angebote, die der Zweitmarkt bietet, einmal in aller Ruhe ansehen.