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Zu Guttenberg zunehmend unter Druck: Gorch Fock – getöteter Soldat – Feldpostzensur

Zu Guttenberg zunehmend unter Druck: Gorch Fock – getöteter Soldat – Feldpostzensur

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/augustinfotos/5350860047/sizes/m/in/photostream/##Bundeswehr-Fotos
Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg, der Medienminister und Sunnyboy kommt zusehends in die Schlagzeilen. Dieses Mal aber nicht im Positiven.

Die Vorgänge auf der Gorch Fock, ein unter merkwürdigen Umständen im letzten Jahr getöteter Soldat in Afghanistan und Regulierungen bei der Feldpost der deutschen Soldaten im Hindukusch sorgen für Ärger.

Diese absolut unterschiedlichen Vorgänge kommen jetzt erst ans Tageslicht. Zu Guttenberg muss das sehr ernst nehmen. Es sind zwei Soldaten gestorben. War zu Guttenberg im letzten Jahr noch als strahlender adliger Minister mit seiner Ehefrau nach Afghanistan gereist, um eine Talkshow mit Kerner zu bestreiten. Jetzt blieb davon nichts. Die Reise war sowieso zweifelhaft.

Kurz danach kam Kanzlerin Merkel, sie hörte, dass ein Soldat in Afghanistan sich selbst durch einen Schuss beim Reinigen seines Gewehrs erschossen haben soll. Jetzt heißt es, es sei aus Versehen ein Kamerad mit seiner Waffe gewesen, bei dem sich versehentlich ein Schuss gelöst habe.

Des weiteren die tote junge Soldatin, die in Brasilien vom Mast der Gorch Fock gestürzt war . FZ berichtete gestern hierüber. Dazu kommt jetzt die geöffnete und geprüfte Feldpost der deutschen Soldaten im Hindukusch, die sie nach Hause geschickt haben. Misstraute man ihren Briefen und deren Inhalt?

Das neue Jahr könnte jetzt dem Strahlemannminister das Lächeln aus dem Gesicht zaubern. Zu viele Vorfälle und zwei Tote zuviel. Jetzt geht es um schnelle Aufklärung. Erschreckend ist – unabhängig von der anstehenden Aufklärung – dass es bei diesen Geschehnissen wohl eine ganze Menge Informationsdefizite für den Minister gab. Die Informationen tröpfelten langsam ans Tageslicht, selbst die Verteidigungsexperten im deutschen Bundestag wurden lange Zeit darüber nicht umfassend unterrichtet.

Jetzt kann der Verteidigungsminister zeigen, wie er mit dem Informationsdefizit seines Ministeriums – schließlich handelt es sich um das Verteidigungsministerium – umgeht und sich zu den drei noch vor der völligen Aufklärung stehenden Vorfällen äußert und dazu steht. Hier und nicht bei Talkshows muss er sich beweisen.

Im übrigen gibt es noch einen vierten Vorwurf. Kürzlich hat er, ziemlich unbeachtet von der Öffentlichkeit, einen Vertrag mit der EADS für nicht mehr zu liefernde Flieger an die Bundeswehr geschlossen, der anmutet als habe sich die Regierung hier wieder einmal über den Tisch ziehen lassen mit Millionen Euro, die künftig auch wieder nur vom Steuerzahler zu schultern sind. EADS hat einen Riesengewinn für nichts mit diesem Vertrag erzielt. Für weniger Produktion mehr zu verdienen, ist wirklich ein „tolles“ Ergebnis, das der Minister da unterschrieben hat.