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Zu Guttenberg – Doktortitel – Freiwilliger Verzicht – War’s das?

Zu Guttenberg – Doktortitel – Freiwilliger Verzicht – War’s das?

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/franciscouhlfelder/5466044166/sizes/m/in/photostream/##the cardinal de la ville
Als die Plagiats-Vorwürfe über zu Guttenberg kamen: Erst zeigte er Arroganz, wehrte sich mit Worten wie „abstrus“ und „Unsinn“, dann kam das Wegducken, dann Entschuldigungen, Flucht vor der Presse und jetzt?

Es wurde eng um den Verteidigungsminister und Baron aus Oberfranken. Jetzt gibt er seinen Doktortitel einfach ab. Ja, so einfach ist das. Heile deutsche Politikerwelt. Und die Universität Bayreuth wird dem wohl entsprechen. Die Ehre gerettet? Wohl kaum.

Gestern Abend auf einer Wahlkampfveranstaltung im hessischen Kelkheim sprach Karl-Theodor zu Guttenberg das erste Mal öffentlich nach dem Copy-Gate, Gutti-Plagg oder wie man es nennen will Skandal und informierte seine Zuhörer , dass er die Universität Bayreuth um die Rücknahme seines Doktortitels bittet.

Einmalig in der Geschichte. Einmalig aber auch in der Geschichte, wie sich zu Guttenberg seit seinem Amtsantritt zeigt. Sunnyboy, Reise mit Presse und Kerner nach Afghanistan zur Show, neunmalige Besuche dort in kurzer Zeit, schnelles Absetzen von Führungskräften in der Bundeswehr. Unbewältigte Geschehnisse bisher, die noch vor der Klärung stehen. Und jetzt der noch nicht bewältigte wohl „geklaute“ Doktor-Titel und seine Rückgabe.

Die Kanzlerin und andere setzen noch einen drauf. Es stehen viele Wahlen an für dieses Jahr. Man will und muss den Strahlemann behalten. Merkel äußerte, dass sie ihn nicht als wissenschaftlichen Mitarbeiter sondern als Verteidigungsminister ins Amt berufen habe. Na da klatschen die Zuhörer aber Beifall. Will sie damit feststellen, dass Politiker, die gefehlt haben, wenn es nicht in ihrer augenblicklichen Ausübung des Jobs ist, immer „Narrenfreiheit“ haben? Damit kann man dann offenbar alles entschuldigen. Wirklich alles? Erlebt haben die Bürger das schon oft, man muss sich nur an die „schwarzen Koffer“ und vieles mehr erinnern, wenn man es denn will. Fast alles vergessen? Nahezu. So sind wir nun einmal, darauf setzten und setzen auch die Regierenden; Die Vergesslichkeit.

Zu Guttenberg hat weiter einen hohen Beliebtheitsgrad. Das passt in dieses augenblickliche Niveau des Regierens und der Bürger, die es auch offenbar nicht mehr sonderlich interessiert. Sie haben ihn, den „anderen“ adligen Politiker fast alle lieb, zumindest nach Politumfragen 70 Prozent. Die Regenbogenpresse sagt „hallo“. Vielleicht demnächst mit Medientross im Dschungelcamp?