close
Worauf sollten CFD Trader bei der Brokerwahl achten?

Worauf sollten CFD Trader bei der Brokerwahl achten?

In Deutschland boomt das Trading-Geschäft. War der schnelle Handel mit Aktien, Währungen und Rohstoffen noch bis vor wenigen Jahren beinahe ausschließlich berufsmäßigen Börsianern vorbehalten, wollen inzwischen auch hierzulande die Privatanleger immer öfter „selber ran“. Noch vor zehn Jahren umfasste die Trading-Gemeinde in Deutschland in etwa 1500 Mitglieder; heute handeln etwa 43 000 Deutsche aktiv an den Märkten. Die immer stärker fortschreitende Vernetzung der Welt hat selbstverständlich auch vor der Finanzbranche nicht haltgemacht, und so drängen seit ein paar Jahren immer mehr Online Broker an die Märkte, die sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen.

Wie in Boom-Märkten immer wieder zu beobachten ist, haben auch in der CFD Branche die dynamischen Wachstumsraten und das hohe Gewinnpotenzial zu einem scharfen Wettbewerb geführt. Neue Anbieter schießen wie Pilze aus dem Boden: als Zweigniederlassungen internationaler Anbieter, Ableger von Großbanken (sogar die gute alte Sparkasse versucht sich im Geschäft mit den Hobby-Tradern), als sogenannte White Labels, die sich der Technologie bereits existierender Anbieter bedienen, aber ihr eigenes Angebot erstellen, oder auch als komplette Neugründungen. Wie in jedem hart umkämpften Markt bedient man sich, um sich von der Konkurrenz abzusetzen, häufig aggressiver Marketingmethoden; oft werden Kunden mit Kontoeröffnungs-Boni geködert. Seriöse Anbieter bemühen sich um eine Abgrenzung von dieser Art des Kundenfangs und setzen auf langfristige Kundenbindung – durch Schulungsmaterial und exzellenten Kundenservice.CFD Broker

Wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt, ein CFD Konto zu eröffnen, sollte sich nicht von Werbebotschaften irreführen lassen, denn eigentlich sind es nicht mehr als vier Kriterien, die erfüllt sein sollten, bevor ein angehender Trader darüber nachdenkt, einem Broker sein Erspartes anzuvertrauen.

Unverhandelbar sollte der Sitz des Unternehmens sein. Bedingt durch das hohe Risiko von CFDs ist die Branche in Ländern, die über eine Finanzaufsichtsbehörde verfügen, stark reguliert. Broker, die der Aufsicht der BaFin (in Deutschland) oder der FSA (in Großbritannien), beziehungsweise äquivalenter Institutionen unterliegen, haben strikte Vorgaben zur Sicherung von Kundengeldern zu erfüllen und müssen außerdem sicherstellen, dass sie in Werbebotschaften stets auf das verbundene Risiko hinweisen. Nichteinhaltung der Auflagen kann im Extremfall zum Entzug der Lizenz führen. Darüber hinaus macht die BaFin für eine Zulassung als Broker in Deutschland die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Entschädigungseinrichtung (EdW) zur Pflicht, welche im Insolvenzfall für die Einlagen der geschädigten Kunden aufkommt. In Deutschland liegt der Maximalbetrag, den die EdW einer Einzelperson auszahlt, bei 20 000 Euro. In Großbritannien haftet die Behörde sogar bis 50 000 Pfund Sterling. Unabhängig von der regulierenden Behörde sollten Sie, bevor Sie ein CFD Konto eröffnen, herausfinden, ob Ihr Broker Kundengelder auf segregierten Konten aufbewahrt, um im Insolvenzfall eine Inanspruchnahme der Einlagen als erzielbare Vermögenswerte zu verhindern.

Die meisten CFD Trader haben ihre persönlichen Lieblingsmärkte, in denen sie den Löwenanteil ihrer Trades abwickeln. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Mischung aus Blue Chips, großen Indizes, Haupt-FX und Spot Gold. Es kommt zwar immer wieder vor, dass durch unvorhergesehene Ereignisse und politsche Unsicherheit üblicherweise weniger beachtete Werte ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, so wie zuletzt in der Ukraine, wo der anhaltende Nachbarschaftskonflikt mit Russland nicht nur für eine raketenhafte Verteuerung der Landeswährung gegenüber dem Rubel gesorgt hat, sondern auch für einen deutlichen Absturz der russischen Landeswährung gegenüber dem US Dollar. Solche politischen Ereignisse können zwar hervorragende Handelschancen bieten, dennoch ist es wichtig, bei der Brokerwahl auf niedrige Spreads in den meistgehandelten Märkten zu achten, um die laufenden Kosten pro Trade möglichst gering zu halten.

Beim Thema Spread sollte außerdem darauf geachtet werden, ob es sich um feste oder variable Spreads handelt. Dies ist in der Regel von Broker zu Broker verschieden, und welche Variante vorteilhafter ist, hängt größtenteils vom persönlichen Trading-Stil ab. Unabhängig davon sollten Sie jedoch in jedem Fall darauf achten, dass der Spread so eng wie möglich ist, denn aus dem Spread ergibt sich für den CFD Anbieter die Gebühr, die für den Trade berechnet wird. Je höher der Spread, desto  geringer also der Gewinn im Erfolgsfall.

Dies sind natürlich nicht die einzigen Aspekte, die bei der Wahl Ihres Brokers eine Rolle spielen sollten. Faktoren wie ein deutschsprachiger Kundenservice, die Stabilität der Plattform und das Vorhandensein bzw. die Höhe einer Mindesteinzahlung sollten nicht vergessen werden und auf gar keinen Fall für einen Einsteigerbonus von fünfzig Euro hintenangestellt werden. Testen Sie den Broker Ihrer Wahl unbedingt mit einem Demokonto, bevor Sie voll in den Handel einsteigen, und behandeln Sie das „Spielgeld“, als ob Sie dafür gearbeitet haben, und scheuen Sie sich nicht, Ihrem Kundenberater alle Fragen zu stellen, die Sie haben, auch wenn Sie „nur“ mit einem Demokonto handeln. Letztendlich sind diese Faktoren jedoch zweitrangig, bzw abhängig von Ihren individuellen Präferenzen als Trader. Wer jedenfalls ernsthaft beabsichtigt, in den CFD Handel einzusteigen, sollte in den Punkten Firmensitz, Regulierung, Einlagensicherung und Handelsspreads absolut keine Kompromisse machen.

Der Handel mit Hebelprodukten beinhaltet ein hohes Risiko und kann zum Totalverlust Ihrer Einlagen führen, wofür IG keine Haftung übernimmt. Bevor Sie mit dem Handel beginnen, stellen Sie darum bitte sicher, dass Sie alle verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.