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Wo sind die Dioxin-Eier? Giftskandal weitet sich aus – Eierverbleib noch nicht geklärt

Wo sind die Dioxin-Eier? Giftskandal weitet sich aus – Eierverbleib noch nicht geklärt

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/alancleaver/3319673607/sizes/m/in/photostream/##alancleaver_2000
Der Dioxin-Skandal ist weitaus schlimmer als bisher vermutet. 2.700 Tonnen an verunreinigtem Futterfett wurden an die Produzenten geliefert. Es handelt sich um 25 Hersteller in vier Bundesländern.

Pro Kilogramm Fett sind in einer Probe 123 Nanogramm Dioxin gefunden worden. Das ist – so Bernhard Aue (Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz) ein außerordentlich hoher Wert.
Hinzu kommt, dass durch diesen unglaublichen Skandal mittlerweile 1000 Höfe geschlossen wurden, weitere 139 Höfe wurden vorsorglich in Nordrhein-Westfalen gesperrt. Tausende Tiere mussten bereits getötet werden. Der Verlust der Erzeuger ist jetzt schon immens.

Jetzt, wo „das Dioxin in den Eiern ist“ werden harte Strafen und abschreckende Konsequenzen von Ilse Aigner (CSU-Bundesverbraucherministerin) gefordert. Viel zu spät. Die Eier sind bereits in den Handel gekommen. Wohin sie allerdings in einer riesigen Menge genau ausgeliefert wurden ist noch immer nicht nachvollziehbar. Es soll noch geklärt werden.

Ein bisschen etwas wurde für den Verbraucher als Orientierung veröffentlicht: Durch die Aufdrucke auf den Eiern kann man ihre Produktion nachvollziehen. Jetzt wollen die zuständigen Länderminister schnell handeln. Hier waren auch schon immer die Verbraucher gefordert. Bislang hat es kaum einen Käufer interessiert, was da auf den Eiern steht. Außerdem sind interessanterweise auch nicht alle Eier in einem Päckchen, die es in den bekannten Sammelpackungen zu kaufen gibt, gekennzeichnet, nur ein oder zwei Eier der kompletten Verpackung.

Das schnelle Handeln, bessere Kontrollen und hohe Strafen wären hier längst angebracht. Es ist nicht der erste Lebensmittelskandal, der die Republik erschüttert. Bisher gab es immer wieder einen Aufschrei, Meldungen über härteres Vorgehen, geschehen ist nichts. Es drohen zwar bis zu drei Jahren Freiheits- oder Geldstrafen, aber was interessiert das wohl einen Hersteller, der nur auf seine weitere krasse Gewinnmaximierung aus ist und sicherlich nicht an die Verbraucher denkt, die er mit solchen Manipulationen auf das Schwerste gefährdet. Welcher Hersteller wurde bislang überhaupt mit Namen veröffentlicht und bestraft? Die Gesetzgebung sieht das bereits vor, aber geschehen ist nichts.

Dioxin ist schließlich ein krebserregendes Gift und – das ist einfach nur eklig in Lebensmitteln – ein Biodiesel-Abfall zudem! Hoffentlich trägt dieser Skandal dazu bei, die Verbraucher in ihrer eigenen Aufmerksamkeit noch mehr zu fordern.