close
WikiLeaks-Enthüllungen: US-Informant war FDP-Büroleiter Westerwelles

WikiLeaks-Enthüllungen: US-Informant war FDP-Büroleiter Westerwelles

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/tomswochenschau/3847314979/sizes/m/in/photostream/##TOMS WOCHENSCHAU
Ein Maulwurf bei der FDP! Das hat Guido Westerwelle noch gefehlt. Das wird sicherlich wieder Minuspunkte bei den Umfragewerten ergeben.

Gestern tönte es noch in allen Medien wie üblich vom „agressiven“ und „eitlen, ideenlosen und reizbaren“ (WikiLeaks!) Bundesaußenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle, es gebe keinen Maulwurf in seiner Partei. Das seien alles erfundene Geschichten.

Jetzt ist es raus, es war sein eigener Büroleiter. Helmut Metzner wurde enttarnt, dass er Details aus den früheren Koalitionsverhandlungen an die US-Botschaft in Berlin weitergegeben habe. Vom FDP-Parteisprecher Wulf Oehme war zu hören, dass der 42-jährige FDPler seiner Funktion im gegenseitigen Einvernehmen entbunden wurde.

Wieso im Einvernehmen? Sonst ist Westerwelle doch auch nicht so mild gestimmt, wenn es um seine Gegner geht? Wieso entlässt er den Maulwurf nicht einfach? Wird er jetzt ideenlos, wie ihm das vom eigenen Büroleiter über WikiLeaks bestätigt wird? Das Verhalten der FDP wirft Fragen auf. Der Büroleiter galt in der Partei als überaus klug und zuverlässig.

Laut einer weiteren Mitteilung des Parteisprechers Oehme habe sich Metzner selbst geoutet. Angeblich seien keine vertraulichen Papiere von ihm weitergegeben worden. Zur Erinnerung: Von ihm ist wohl anscheinend auch berichtet worden, dass laut WikiLeaks-Enthüllungen der jetzige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ein neurotischer zorniger alter Mann sei.

Westerwelle hat das in den Medien gebetsmühlenartig wie immer in seiner so eigenen Art als Klatsch und Tratsch abgetan. Nun wird er eines anderen belehrt. Aber er ist eigentlich unbelehrbar. Es wird ihn wohl auch kaum in der Zukunft stören, wie er von seinem Büroleiter und WikiLeaks gesehen wird. Und nicht nur von diesen beiden, es geht wohl vielen in der Republik so und das erklärt auch die immens gesunkenen Umfragewerte der einstmals so liberalen FDP. In Baden-Württemberg dürfen sich die Grünen auf die nächste Landtagswahl im März freuen.