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Wie Arzneimittelkonzerne bei Deutschen abkassieren

Wie Arzneimittelkonzerne bei Deutschen abkassieren

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In Deutschland kassieren die Arzneimittelkonzerne kräftig bei den Patienten und Krankenkassen ab. Alleine im Jahr 2009 sind die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel um 4,8 Prozent angestiegen. Damit lagen die Ausgaben bei 32,4 Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr ist der Trend ungebrochen, denn im ersten Halbjahr wurde eine Steigerung von 4,6 Prozent verzeichnet.

Dabei würden sich besonders patentgeschützte Spezialpräparate als Kostentreiber hervortun. Dieser kleine Teilbereich konnte einen Umsatz von 7,8 Milliarden Euro erwirtschaften. Im europäischen Vergleich sind gerade diese Spezialpräparate im Durchschnitt 48 Prozent teurer; es handelt sich hier gerade einmal um 50 Medikamente.

Vergleicht man die sogenannten Generika (Nachahmer-Präparate) mit dem schwedischen Markt, dann liegt der Preisunterschied sogar bei 98 Prozent. In Deutschland ist es den Pharmakonzernen erlaubt die Preise für ihre Präparate selbst festzulegen. Das ist ansonsten nur in Malta und Dänemark möglich. Im Zuge der Gesundheitsreform will Philipp Rösler (FDP) erreichen, dass künftig die Preise zwischen den Krankenkassen und Arzneimittelkonzernen abgesprochen werden.

Das Einsparpotenzial soll bei 9,4 Milliarden Euro liegen. Es gilt jetzt die Pharmaindustrie an die Sparpläne Röslers zu binden. Immerhin geht es hier um ein Drittel der Ausgaben für Medikamente. Von Seiten der Pharmaindustrie werden die Sparpläne scharf kritisiert. Der Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie hat den Vorschlag Röslers scharf kritisiert, man dürfe bei Medikamenten nicht den heilenden Faktor aus dem Auge verlieren und diese nicht nur als Kostenfaktor sehen.