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Westerwelle vertrat Merkel stolz für 15 Minuten – Das bringt auch keine Wählerquoten

Westerwelle vertrat Merkel stolz für 15 Minuten – Das bringt auch keine Wählerquoten

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/az1172/2270644491/sizes/m/in/photostream/##az1172
Der Stern titelt: „Westerwelle Chef für einen Tag“ und „Ersatzkanzler auf Baldrian“, die Welt Online: „Bundeskanzler für eine Viertelstunde.“

Die Presse beschreibt das – nur für Westerwelle wahrscheinlich – erhebende Ereignis recht spöttisch. Heute war ein großer Tag für Guido Westerwelle, er durfte die Bundeskanzlerin am Kabinettstisch für eine Viertelstunde vertreten. Er nutzte die Chance – ähnlich wie Merkel – vor dem Abschied in die Sommerpause ausführlich zur politischen Gesamtlage zu sprechen.

Die Botschaft war schon bekannt. Mittlerweile ist Westerwelle der unbeliebteste Außenminister überhaupt, die FDP sank von 14,6 Prozent, was ihr zum Regieren verhalf, auf läppische fünf Prozent in der Gunst der Wähler.

Da es kaum Themen gab (bundesweiter Führerschein mit 17 und neues Lateinamerika-Konzept) wurde es eine der kürzesten Kabinettsitzungen der deutschen Geschichte. Genau 18 Minuten. Also keine großen Beschlüsse aber wieder einmal große Worte. Es waren sowieso nur acht von 15 Ministern gekommen als Westerwelle sich stolz auf dem Stuhl der Kanzlerin niederließ.

Der Stern schreibt dazu: „Man empfindet es natürlich schon in dem Augenblick als eine große Ehre, dass man seinem Land dienen darf“, sagte Westerwelle mit dem für ihn typischen, leicht verqueren Pathos.