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Wegen Bankenkrise muss früherer Regierungschef Islands vor Gericht

Wegen Bankenkrise muss früherer Regierungschef Islands vor Gericht

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/opalsson/4237057857/sizes/m/in/photostream/##o palsson
Im Jahr 2008 stand Island aufgrund der Bankenkrise kurz vor dem Bankrott. Wie es scheint muss nun der ehemalige Regierungschef vor Gericht. Ihm wird Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Eine isländische Kommission hat gefordert, dass man ein Hohes Gericht einberufe, um die Regierungsmitglieder entsprechend zu vernehmen. Man wirft ihnen vor, dass man den Zusammenbruch des eigenen Bankensystems nicht ernst genug genommen und fahrlässig gehandelt habe.

Insgesamt sollen vier ehemalige Mitglieder der Regierung vernommen werden. Der ehemalige Regierungschef Geir Haarde, Handelsminister Björgvin Sigurdsson, Finanzminister Arni Mathiessen und Außenministerin Solrun Gisladottir sollen sich vor Gericht verantworten. Seit Januar 2009 gehören sie nicht mehr zur Regierung, nachdem sie unter langanhaltenden Protesten zurückgetreten waren.

Die Kommission habe einen Bericht, der auf 274 Seiten dezidiert darlege, inwiefern die damalige Regierung eine Mitschuld an der Bankenkrise trage. Logische Schlussfolgerung ist die Anklage gegen die ehemaligen Regierungsmitglieder. Allerdings konnte die Kommission nur eine knappe Mehrheit für dieses Vorhaben begeistern.

Bereits am Montag will man über eine Anklage im Parlament beraten und entsprechend einen Richter nominieren. Damit würde das Hohe Gericht zum ersten Mal seit 1905 einberufen. Gegen Ende 2008 war in Island das Bankensystem im Zuge der weltweiten Finanzkrise zusammengebrochen. Der Staatsbankrott konnte damals nur verhindert werden, weil der Internationale Währungsfonds Milliardenhilfen bereitgestellt hatte.