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Wechselwillige DAK-Mitglieder mussten teilweise und kurzzeitig den Aufschlag nicht zahlen

Wechselwillige DAK-Mitglieder mussten teilweise und kurzzeitig den Aufschlag nicht zahlen

Wieder einmal hat es die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) in die Schlagzeilen geschafft. Allerdings sind dies keine positiven Meldungen. Im Februar wurden bei der DAK die ersten gesetzlich erlaubten Zusatzbeiträge eingeführt. Wie jetzt bekannt wurde hat ein Mitarbeiter der DAK wechselwilligen Mitgliedern angeboten den Zusatzbeitrag zurückzuzahlen.

Das Bundesversicherungsamt (BVA) urteilte, dass solche Prämien, zum Halten der Mitglieder unzulässig seien. Antje Domscheit, Referatsleiterin für Ersatzkassen des Bundesversicherungsamts, sagte dazu, dass die Krankenkassen die Beitragshöhe der Zusatzprämien nach dem jeweiligen Bedarf haben genehmigen lassen müssen. Mit solchen Versuchen, Mitglieder zurück zu werben, würden die Krankenkassen demnach ihr finanzielles Leistungsvermögen überschreiten.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Möglichkeit ihren Mitgliedern Bonusprogramme, wie Punkte im Bonusheft oder Vergünstigungen sowie einen Wahltarif für Arztbesuche, die selten sind, anzubieten. Welche Angebote sie letztendlich weitergeben dürfen muss das BVA vorher genehmigen. Über diese Wege dürfen neue Mitglieder geworben werden. Allerdings ist es den gesetzlichen Krankenkassen untersagt mit Bonuszahlungen für den Beitritt, Erstattungen von Mitgliedsbeiträgen oder eben auch mit der Rückerstattung von den genannten Zusatzprämien zu werben, bzw. diese tatsächlich auszuzahlen. Es würde auch wenig Sinn machen, solche Maßnahmen bei den gesetzlichen Krankenkassen zu erlauben, da es ohnehin den Strukturausgleich unter den Krankenkassen gibt.

Von Seiten der DAK wurden hier ganz klar die Grenzen überschritten. Unterdessen hat die DAK diese Aktion gestoppt. Folgen oder Konsequenzen wird es keine für die Deutsche-Angestellten Krankenkasse aus der Aktion geben.

Update:

Nachdem die Finanzzeug-Redaktion eine Korrektur und Richtigstellung der DAK erreicht hat, möchten wir mitteilen, dass wir die Überschrift des Artikels geändert haben. Außerdem möchten wir klar stellen, dass uns die DAK darüber informiert hat, dass es sich bei dem beschriebenen Fall um einen Sonderfall handelt Zitat: „Die DAK hat keine Rückerstattung des Zusatzbeitrags an wechselwillige Mitglieder beschlossen. […] Es hat lediglich in den ersten Februartagen einen unabgestimmten, regional begrenzten Vorgang gegeben, bei dem ein Mitarbeiter gegen die Weisungslage der DAK verstoßen hatte. Er hatte 35 Kunden eine „Sofortprämie“ für den Fall einer Rücknahme der Kündigung angeboten. Wir haben dieses rechtswidrige Verhalten sofort gestoppt.“