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Was passiert, wenn die USA Insolvenz anmelden?

Was passiert, wenn die USA Insolvenz anmelden?

15. Oktober 2013

Die Welt schaut gebannt nach Amerika oder besser gesagt, sie wartet besorgt auf den Donnerstag, denn am Donnerstag entscheidet sich, ob die größte Volkswirtschaft der Welt Konkurs anmelden muss oder vielleicht doch noch die Kurve kriegt. Aber was kann passieren, wenn sich die Demokraten um Präsident Obama nicht von den Republikanern in die Knie zwingen lassen und die verbohrten Mitglieder der ultrakonservativen Tea Party Bewegung ebenfalls nicht nachgeben?

Keine neuen Schulden mehrInsolvenz der USA

Stellen wir uns einmal vor, Deutschland wäre an der Stelle von Griechenland und es wären die Griechen, die uns zu radikalem Sparen zwingen würden. Frau Merkel wäre nicht mehr lange an der Macht, denn die Wähler würden ihr die Rote Karte zeigen. Die Republikaner machen im Moment genau das, was die Bundeskanzlerin mit Griechenland macht, sie setzen den Präsidenten einfach unter Druck, sie geben nicht nach, denn sie wollen die Regierung zum radikalen Sparkurs zwingen. Die Fronten sind verhärtet und ob es eine Einigung gibt mit der jeder leben kann, ohne sein Gesicht zu verlieren, ist fraglich. Der Hintergrund für diese hausgemachte Finanzkrise, die im schlimmsten Fall die ganze Welt treffen könnte, ist eigentlich banal. Seit der katastrophalen weltweiten Wirtschaftskrise 2008 sind die Ausgaben der USA jedes Jahr weiter gestiegen. In jedem dieser mittlerweile fünf Jahre musste Präsident Obama beim Kongress darum bitten, ihm die Erlaubnis zu erteilen, noch mehr Schulden zu machen, um die laufenden Kosten zu decken. Vier Jahre lang haben die Republikaner, die im Kongress die Mehrheit haben, dem Präsidenten die Erlaubnis erteilt, in diesem Jahr sagte der Kongress allerdings Nein, und jetzt stehen die großen und mächtigen USA vor einem Staatsbankrott.

Was könnten die Folgen sein?

Schon in den letzten Jahren haben die Republikaner nur zähneknirschend nachgegeben, aber in diesem Jahr lassen sie es offensichtlich darauf ankommen, dass die USA ab dem nächsten Donnerstag ihre Schulden, die sie überall in der Welt haben, nicht mehr begleichen können. Für die Demokraten, aber auch für den Internationalen Währungsfonds ist das ein Horrorszenario, denn wenn die USA pleite sind, dann ziehen sie die Weltwirtschaft mit in den Abgrund. Selbst einige wenige Republikaner sind sich über die Ausmaße im Klaren und wollen einlenken, der harte Kern aber sieht dem Tag X mit Gelassenheit entgegen. Die Schulden werden ja bezahlt und die Gläubiger, die besonders wichtig sind, bekommen als Erstes ihr Geld, man muss das vorhandene Geld nur richtig umschichten. Amerika ist ihrer Ansicht nach viel zu groß, um wirklich ganz tief zu fallen. Das Ganze erinnert ein bisschen an die Sparversuche in Europa und auch an Deutschland, wo im Bundestag zwischen der Regierung und der Opposition auch mit Ausdauer über Sparmodelle zulasten der Bürger gestritten wird.

Fazit

Es zeichnet sich in den USA nun doch eine Art von Kompromiss ab. Wenn diese Krise ein Gutes hat, dann die Tatsache, dass nicht nur die Amerikaner offenbar zu blöd sind, um effektiv zu sparen. Jede Hausfrau weiß, dass sie nicht mehr Geld ausgeben kann, als sie hat, vielleicht sollten die Mächtigen der Welt mal bei den Hausfrauen dieser Welt fragen, wie man spart.