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Vulkanausbruch: Keine Entschädigung für Betroffene von Flugverbot

Vulkanausbruch: Keine Entschädigung für Betroffene von Flugverbot

Nachdem der Vulkanausbruch auf Island für tagelange Sperrungen des Luftraums gesorgt hat und viele Passagiere nicht befördert wurden, ist jetzt ein Streit um die Entschädigung der Betroffenen entbrannt. Die Air Berlin und Ryan Air kommen gerade in die Schlagzeilen, weil sie für ihre nicht beförderten Passagiere die Kosten, die für Essen und Hotelübernachtungen entstanden sind, nicht übernehmen wollen.

Eine Sprecherin des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas sagte, dass die Airlines mit diesem Verhalten gegen geltendes EU-Recht verstoßen und die EU rät, dass man gegen solche Airlines Klage einreichen soll.

Gut eine Woche, nachdem der europäische Luftraum erstmals durch die Aschwolke, die der isländische Vulkanausbruch zur Folge hatte, geschlossen wurde, entfacht ein Streit um die Kostenübernahme der entstandenen Schäden auf Passagierseite. Durch die Absage der meisten Starts und Landungen in Europa sind Millionen von Passagieren liegen geblieben und mussten sich Hotelzimmer nehmen, um nicht auf den Flughafenbänken zu nächtigen. Mittlerweile ist der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen und die Airlines befördern die gestrandeten Passagiere an ihre Wunschziele.

Die Air Berlin lässt durch eine Sprecherin verkünden, dass man durch höhere Gewalt daran gehindert wurde zu fliegen, was bedeutet, dass die Passagiere keinen Anspruch auf Entschädigung hätten. Einige Airlines, darunter auch die Lufthansa und Easyjet, hätten betroffenen Passagieren Hotelzimmer gebucht und bezahlt, fordern aber eine Entschädigung von staatlicher Seite. Bisignani, Chef der IATA, sagte, dass es sich hier um einen Akt Gottes handeln würde und die EU-Kommission eine Lösung finden müsse, wie die Belastungen gemindert werden können.

Nach geltendem EU-Recht haben gestrandete Passagiere die Möglichkeit, entweder eine Ticketerstattung oder Umbuchung zu wählen. Entscheidet sich der Fluggast für die Variante der Umbuchung, muss die Airline für die Kosten, die durch Verpflegung und Übernachtung entstehen, übernehmen. Die Fluggesellschaften begehren auf und erklären ihrerseits, dass diese Regelung die ohnehin schon hohen Kosten der Naturkatastrophe in eine handfeste Wirtschaftskrise branchenweit wandeln würde.

Von Seiten der EU-Kommission ist lediglich zu vernehmen, dass man die Regeln einhalten wolle und die Rechte der Passagiere nicht verschlechtern wird. Man erwarte, dass die Airlines sich an die Gesetze halten. Staatliche Hilfen könnten dann ins Feld geführt werden, wenn die Fluggesellschaften ihre Pflicht erfüllt hätten, führte die Sprecherin des EU-Kommissars Kallas weiter aus. welt