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Verbraucherschützer: Warnung vor Targobank-Zinsfalle

Verbraucherschützer: Warnung vor Targobank-Zinsfalle

Kaum ist die Citibank vom deutschen Markt zumindest namentlich verschwunden und firmiert unter dem Namen Targobank, droht schon wieder neues Ungemach, dabei wollte man doch alles besser machen. Aber hinter der Targobank verbirgt sich eben noch immer die Citibank.

Einem Bericht im Magazin „Focus“ zufolge soll die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen harsche Worte für ein Produkt der neuen Targobank finden. Hier wird von einer „üblen Zinsfalle“ oder dem „Vorgehen nach Gutsherrenart“ gesprochen.

Stein des Anstoßes ist das sogenannte „Doppelzinssparen“. Das Doppelzinssparen ist ein Produkt der Citibank, bei dem Kapital auf einem Sparbuch angelegt wird, dass dann mit einem Basiszinssatz von 1,6 Prozent verzinst wird. Der Zinssatz wird verdoppelt, wenn der Anleger im Laufe des ersten Jahres nochmals mindestens 600 Euro einzahlt. Vorerst ein günstiges Angebot, schaut man allerdings auf die langfristige durchschnittliche Inflationsrate (diese liegt bei ca. 2,1 Prozent), hat der Kunde schon Mühe nur den Wert seines Geldes zu erhalten.

Die Targobank hat nun den Basiszinssatz immer weiter abgesenkt. Im Mai 2010 lag dieser nur noch bei 0,55 Prozent. Die Verbraucherzentrale rechnet nach und erklärt, dass eine Kapitalanlage von 100.000 Euro nur noch 800 Euro Zinsen einbringt. 2009 waren es noch 3.200 Euro. Rechnet man noch die Inflationsrate ein, dann macht der Kunde definitiv ein Minusgeschäft.

Von Seiten der Targobank ist zu vernehmen, dass die Zinssenkung wegen des Internetbanking-Geschäfts nötig geworden sei und sich bislang keine Kunden beschwert haben. Die Verbraucherzentrale entgegnet, dass dies nicht verwunderlich sei, denn die Targobank hätte die Zinssenkung lediglich über Preisaushänge bekannt gemacht, die Kunden aber nicht aktiv informiert.

Es scheint als habe sich bei der Citibank zwar der Name, nicht aber die Geschäftspraktik geändert.