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US-Hassprediger und die Folgen in Afghanistan: Sieben UN-Mitarbeiter getötet

US-Hassprediger und die Folgen in Afghanistan: Sieben UN-Mitarbeiter getötet

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/isafmedia/4779078383/sizes/m/in/photostream/##isafmedia
Eine wütende unkontrollierbare Menge Gewalttätiger hat im Norden Afghanistans sieben Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet. In Masar-i-Scharif demonstrierten ungefähr 1000 aufgebrachter Menschen gegen eine Koranverbrennung.

Hunderte von Polizisten versuchten die jungen Protestierer daran zu hindern, zum Sitz der Provinzregierung zu gelangen.

Die äußerst erregten Demonstranten skandierten „Tod den USA“ und „Tod für Karsai“. Sieben Mitarbeiter der UN starben nun durch die Angriffe des Mobs als ihr Büro angezündet wurde. Fünf des außer Kontrolle geratenen Mobs bezahlten dafür selbst mit dem Leben.

Es ging um eine von den Medien wohl bewusst nicht groß herausgestellte Koranverbrennung am 20. März durch den unbelehrbaren Hasspastor Terry Jones aus Gainesville in Florida (USA). Er war schon öfter in Erscheinung getreten mit seinem abstrusen Verhalten. Schon letztes Jahr wollte der selbsternannte Gottesmann am 11. September wegen der Terroranschläge das Buch der Muslime verbrennen und erregte damit den Zorn aller.

Nach dem Eingreifen des US-Präsidenten Obama, der sich selbst um die Aktion dieses Hasspriesters kümmerte, wurde er – allerdings nur vorübergehend gestoppt. Der oberste General der USA in Afghanistan David Petraeus hatte bereits verschiedentlich gewarnt vor solchen Übergriffen wegen des orientierungslosen und hasserfüllten Pastors. Jetzt mussten dafür sinnlos sieben Menschen sterben, die für den friedlichen Aufbau in Afghanistan mitverantwortlich waren. Terry Jones selbst ist unbelehrbar, sieht seinerseits kein Fehlverhalten und macht mit seinen Hasssprüchen munter weiter.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wies Staffan de Mistura (UN-Sondergesandter) an, sofort am Tatort die Hintergründe des feigen Überfalls zu klären. Erst in der letzten Woche wurde die Stadt Masar-i-Scharif, wo sich das größte Bundeswehr-Feldlager befindet, vom afghanischen Präsidenten Karsai zu einem Ort ernannt, die ab dem Sommer eigenständig für die Sicherheit sorgen soll.