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Uni Bayreuth entzieht zu Guttenberg Doktortitel wie von ihm gewünscht

Uni Bayreuth entzieht zu Guttenberg Doktortitel wie von ihm gewünscht

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/augustinfotos/5260201445/sizes/m/in/photostream/##Bundeswehr-Fotos
Die Universität Bayreuth hat soeben in einer Pressekonferenz erklärt, dass sie Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel aberkannt hat. Das war, verfolgte man die Diskussionen der letzten Tage und auch die heutige Bundestagsdebatte, nicht anders erwartet worden.

Zum einen entsprach die Universität damit der Bitte, die der Verteidigungsminister ungewöhnlicherweise selbst an sie gerichtet hatte zur Aberkennung seines Titels, zum anderen konnte sie nunmehr auch nicht anders entscheiden, nachdem er heute in aller Öffentlichkeit sich nochmals entschuldigte und gravierende Fehler einräumte. Was blieb da den Prüfern der Universität Bayreuth noch übrig?

Von Rüdiger Bormann (Hochschulpräsident) kam die Aussage, dass zu Guttenberg wisssenschaftliche Standards objektiv nicht eingehalten habe. Die Frage einer vorsätzlichen Täuschung habe keine Rolle bei der Entscheidung gespielt.

Man kann mit der jetzigen Entscheidung davon ausgehen, dass zu Guttenberg zwar seinen Doktortitel verloren hat. Um sein Amt wird er weiterhin mit allen Mitteln kämpfen. Sollte er es niederlegen, würde er nicht nur sich selbst, sondern allen, die weiterhin auf ihn zählen von der Regierung, keinen Gefallen tun. Man müsste sich um einen neuen Minister kümmern, den es in dieser Konstellation nicht gibt und schon wieder die Regierung umbauen. Das ist sicherlich auch nicht im Sinne der Kanzlerin, die den Verteidigungsminister in zwei Hälften geteilt hat, um ihn zu behalten.

Das ist fast eine Persönlichkeitsspaltung: Nun darf sie die eine Hälfte zwar behalten, die des Ministers, die andere wollte sie sowieso nicht, die des unglaubwürdigen wissenschaftlichen Mitarbeiters. Allerdings kann man jetzt ohne üble Nachrede behaupten, dass die Doktorarbeit, um die es geht und ging, ein Plagiat war, ist und bleiben wird. Heute zumindest in der Debatte hatte der Freiherr und (Lügen-)Baron aus Oberfranken sogar gedroht mit einer Anzeige wegen übler Nachrede.