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Tut weh aber geht doch: Rücktritt des Verteidigungsministers zu Guttenberg

Tut weh aber geht doch: Rücktritt des Verteidigungsministers zu Guttenberg

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/augustinfotos/5369510737/sizes/m/in/photostream/## Bundeswehr-Fotos
Kaum zu glauben, aber wahr. Karl-Theodor zu Guttenberg ist von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten. Der Druck wurde zu groß. Erst der Doktortitel futsch wegen der schwerwiegenden Fälschungen. Jetzt zog er doch die Reißleine und hat sich auch von seinem Amt als Verteidigiungsminister verabschiedet.

Richtig so. Nun ist vorerst einmal eine strahlende und schnelle Karriere zu Ende. Wie man ihn kennt, könnte er nach einer Pause wiederkommen. Zu Guttenberg geht aufrecht und alleine, dann liest er seinen Rücktritt von einem Blatt ab und wirkt völlig versteinert.

Er meint, es sei der schmerzlichste Schritt seines Lebens. Es wirkt alles etwas gestylt und gespenstisch. Es ist fast opernhaft. Zu Guttenberg spricht weiter, dass das Amt, die Bundeswehr, die Unionsparteien und die Wissenschaft Schaden nehmen können. Dann kritisiert er wörtlich die „enorme Wucht der medialen Betrachtung“ seiner Person. Wenn er ehrlich wäre, das hat er von Beginn an ja selbst zu verantworten gehabt und es war ihm in guten Zeiten mehr als recht.

Sehr dramatisch hört man noch von ihm, dass er bereit war zu kämpfen, er habe aber seine Grenzen erreicht und niemand gebe leichtfertig ein Amt auf, an dem man mit Herzblut hänge. Dass er seine Grenzen erreicht hat glaubt man ihm auf Anhieb. Er hätte die Zeit nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe anders nutzen können als mit scheibchenweise Zugetändnissen und Wahlkampfauftritten wie dem in Kelkheim.

Jetzt ist die CDU/CSU erst einmal perplex und völlig irritiert. Ihnen ist mit der Lichtgestalt, die dieser Minister verkörpert hat, ihr wichtiges Wahlkampfzugpferd verloren gegangen. Nun muss man sich etwas einfallen lassen für die anstehenden wichtigen Landtagswahlen und die Bundeswehrreform. Wie wäre es einmal mit richtiger Politik und nicht Lobby-Bedienung? Man darf gespannt sein auf das nächste Politbarometer und alle anderen Bürgerumfragen.

Von der Kanzlerin Merkel selbst, die getreu zu ihrem Minister gehalten und das erste mal wohl in ihrem Leben aus Angst vor kommenden Wahlen „Persönlichkeitsspaltung“ betrieben hat, wird noch heute ein Statement erwartet. Die Affäre wird sicherlich auch nicht schadlos an ihr vorübergehen.