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Trotz Stellenabbau Milliardenausschüttungen bei Dax-Konzernen

Trotz Stellenabbau Milliardenausschüttungen bei Dax-Konzernen

20 Milliarden Euro sollen von den größten deutschen Konzernen an ihre Anteilsinhaber ausgeschüttet werden. Bei den meisten Unternehmen sind allerdings die Gewinne eingebrochen und es wurden viele Stellen abgebaut. Das ergab eine vom „Spiegel“ durchgeführte Umfrage unter den 30 Unternehmen, die im Dax notiert sind.

Wie es scheint zahlt dabei die Deutsche Telekom das meiste Geld aus. Die Aktionäre der Deutschen Telekom erhalten 3,4 Milliarden Euro. Der Überschuss, den der Konzern im Jahr 2010 erwirtschaftet hat lag jedoch nur bei 353 Millionen Euro. Somit zahlt die Deutsche Telekom an ihre Anteilseigner fast zehn Mal so viel Geld aus, wie verdient wurde. Außerdem hat man bei der Deutschen Telekom im letzten Jahr ungefähr 4.000 Stellen abgebaut, das entspricht 3,2 Prozent der Arbeitsplätze.

Bei ThyssenKrupp sei die Lage noch dramatischer. Der Dax-Konzern musste im letzten Jahr ein Minus von 1,8 Milliarden Euro hinnehmen. Dem zum Trotz werden den Aktionären 139 Millionen Euro ausgezahlt. Hierzulande hat ThyssenKrupp fünf Prozent der Stellen gestrichen.

Es geht aber auch anders. Bei Daimler hat man aufgrund von 2,6 Milliarden Euro Verlust die Dividendenausschüttung für dieses Jahr gestrichen. Bei K+S geht man einen ähnlichen Weg. Denn im letzten Jahr hat der Konzern, der im Bereich des Bergbaus beheimatet ist, 90 Prozent Gewinneinbruch verzeichnet. Dementsprechend mindert man die Dividendenausschüttung auch um 90 Prozent.

Das sind allerdings die Ausnahmen der Dax-Konzerne. Die meisten Dax-Unternehmen haben im vergangenen Jahr Gewinneinbrüche hinnehmen oder gleich einen Fehlbetrag verzeichnen müssen. Dennoch zahlen diese Unternehmen stattliche Dividenden. Insgesamt zwölf der dreißig Dax-Unternehmen werden die Dividendenzahlungen reduzieren.

Bei 22 Konzernen, die im Dax notiert sind, wurden im Jahr 2009 deutschlandweit Stellen abgebaut. Lediglich neun dieser Unternehmen haben ihre Zahlungen an die Aktionäre reduziert oder ausgesetzt. Die anderen 13 Konzerne zahlen entweder die gleiche oder gar eine höhere Dividende, trotz des Stellenabbaus aus. Die Deutsche Bank gehört auch zu diesen Unternehmen. Man hat hierzulande zwei Prozent der Stellen abgebaut, zahlt aber eine um 50 Prozent höhere Dividende aus.

(Quelle: Spiegel)