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Trinkgelder – die Extrakosten der Reiseveranstalter

Trinkgelder – die Extrakosten der Reiseveranstalter

4. November 2013

Pauschalreisen heißen heute All Inclusive Reisen und sie erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Wer All Inclusive bucht, der bekommt einen sorgenfreien Urlaub zum Komplettpreis. Flüge, Verpflegung, Hotel und eine Betreuung vor Ort – alles das ist im Reisepaket inbegriffen. Was die Reiseveranstalter aber gerne verschweigen, das sind die kleinen Extras, die der Kunde bezahlen muss, ob er will oder nicht, und bei diesen kleinen Extras handelt es sich um Trinkgelder.

Das kleine Dankeschön

Wer heute eine All Inclusive Reise bucht, der kann in den Schwarzwald oder in den Harz fahren, aber auch mit einem nostalgischen Zug durch Afrika rollen, auf einem Luxuskreuzfahrtschiff durch die Arktis kreuzen oder im Himalaja bis zum höchsten Berg der Welt wandern. Je nach Reiseveranstalter kosten diese Reisen zwischen 15.000,- Euro und 4.000,- Euro, pro Person versteht sich, und das ist eine Menge Geld. Man sollte aber nicht den Fehler machen und meinen, dass in diesem Preis schon alles enthalten ist, die Trinkgelder berechnen viele Reiseveranstalter noch mal extra und das nicht gerade knapp. Manche Veranstalter genieren sich nicht und zeigen ganz offen, wie viel sie berechnen, andere verschweigen es, und viele Kunden zahlen einfach, ohne lange nachzufragen. Gegen Trinkgelder ist im Grunde nichts einzuwenden, denn wer mit dem Service zufrieden ist, der gibt dem Kellner oder der Friseurin auch einen kleinen Obolus. Viele Kunden zahlen aber doppelt, weil sie nicht wissen, dass der Reiseveranstalter den Posten Trinkgelder schon lange in seine Leistungen mit einbezogen hat. Bei einigen Veranstaltern werden bis zu 15,- Euro pro Tag und Kunde berechnet und man kann sich ausrechnen, wie hoch die Rechnung wird, wenn man eine Trekkingtour durch die Anden macht, die ein paar Wochen dauert.

Gute Ausreden Trinkgeld

Das Trinkgeld oder die Servicepauschale, wie die Reiseveranstalter es gerne nennen, war zunächst nur auf Kreuzfahrten ein Thema. Als sich Kunden aber beschwerten und es sogar zu Klagen vor Gericht kam, weil die Veranstalter die Extrakosten einfach verschwiegen haben, wurden die Veranstalter vorsichtiger und legten teilweise ihre Kosten offen. Genützt hat das wenig, denn heute wird die Servicepauschale auch auf anderen All Inclusive Reisen verlangt. Das Argument oder auch die Ausrede der Reiseveranstalter klingt immer gleich, sie wollen nach Möglichkeit vermeiden, dass Einzeltrinkgelder vergeben werden, denn dann bekommt nur eine bestimmte Person eine Aufmerksamkeit, die Kollegen, die hinter den Kulissen arbeiten, gehen aber leer aus. Mit der Trinkgeldpauschale wird das Geld gerechter verteilt. Verbraucherschützer sehen das ein wenig anders, denn sie werfen den Veranstaltern vor, dass sie auf diese Weise Reisen zu günstigen Preisen anbieten können, die bei einer fairen Kalkulation so nicht möglich gewesen wären. Auch dass diese pauschalen Trinkgelder das Lohn Dumping in ohnehin schon armen Ländern noch mehr fördert, steht für die Verbraucherschützer fest. Die Reiseveranstalter weisen diese Vorwürfe, wie sollte es auch anders sein, weit von sich.

Fazit

Wer eine All Inclusive Reise bucht, sollte vorher einen Blick auf die Sonderkosten werfen und fragen, wofür diese Kosten berechnet werden, und wenn es sich um Trinkgelder handelt, einen anderen Veranstalter suchen.