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ThyssenKrupp-Chef: Warnung vor Platzen einer Rohstoffblase

ThyssenKrupp-Chef: Warnung vor Platzen einer Rohstoffblase

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/sinoreport/1462862636/sizes/m/##feldpress

Ekkehard Schulz, Chef von ThyssenKrupp, warnt davor, dass eine Spekulationsblase bei Rohstoffen entstehen könnte. Gegenüber dem „Spiegel“ hat Schulz gesagt, dass man den Spekulanten entschlossen gegenübertreten müsse, damit keine Rohstoffblase produziert wird. Eine Rohstoffblase wäre eine große Gefahr für die Weltwirtschaft, insbesondere für die Stahlindustrie.

Er mahnt, dass die sich abzeichnende Rohstoffblase wesentlich größer und schlimmer werden könnte als die Hypothekenkrise in den USA im Jahr 2008. Er wendet sich an die Politik und fordert, dass man den Handel mit Derivaten aus dem Bereich Rohstoffe einschränkt. Von Seiten der Bundesregierung wäre versichert worden, dass die Thematik auf dem nächsten G20-Gipfel angesprochen wird.

Bedingt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise aus dem Jahr 2008 investieren Anleger ihr Geld vermehrt in Sachwerte. Schulz hat weiterhin gesagt, dass immer mehr Investmentbanken die Rohstoffe als Anlagegut entdecken. Schulz sagte, dass zu beobachten ist, dass die Investmenthäuser deutlich mehr Rohstoffexperten einstellen und ihre Aktivitäten wesentlich ausweiten. Es würde lediglich die reine Wette auf Rohstoffe durchgeführt und nicht der ehrliche Handel.

Insbesondere machen die gestiegenen Preise für Eisenerz ThyssenKrupp derzeit zu schaffen. Künftig gelten die Laufzeiten für Verträge im Rohstoffbereich nur noch für drei Monate, was der Kurzfristspekulation Tür und Tor öffnet. Damit unterliegt der Rohstoffmarkt immer größeren Preisschwankungen. Folge ist, dass die verarbeitenden Konzerne derzeit fast doppelt so viel für Eisenerz bezahlen müssen als das noch im vergangenen Jahr der Fall war.