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Telekom-Spitzelaffäre: Ex-Vorstand Ricke schwer belastet

Telekom-Spitzelaffäre: Ex-Vorstand Ricke schwer belastet

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/yellowcloud/4766090410/sizes/m/in/photostream/##yellowcloud und Oferico
In der Telekom-Spitzelaffäre hat der Angeklagte Klaus Trzeschan den ehemaligen Vorstand Kai-Uwe Ricke durch seine Aussage schwer belastet. Trzeschan hat angegeben, dass er den Vorstand über seine Bespitzelungen seit dem Jahr 2005 in Kenntnis gesetzt habe. Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft, ob ein neues Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Vorstand in die Wege geleitet werden kann.

Trzeschan war damals bei der Telekom Leiter der internen Sicherheitsabteilung KS3. Zum Prozessauftakt hat dieser nun den ehemaligen Chef der Telekom, Kai-Uwe Ricke, stark belastet. Ricke sei darüber informiert gewesen, dass andere Unternehmen ausgespäht werden. Trzeschan wollte ein Leck im Aufsichtsrat gefunden haben und dieses mit der Aktion lokalisieren.

Außerdem hat er zum Prozessauftakt ein Redemanuskript eingereicht, das die weitere Entwicklung der Bespitzelungsaktionen skizziere. Das Dokument konnte er erst jetzt auf dem PC seiner Frau wiederherstellen.

Der Prozess entwickelt sich immer mehr zum riesigen Skandal. Die Telekom hat anscheinend Gewerkschafter, Vorstände, Journalisten und Aufsichtsräte im großen Stil und extrem systematisch ausspähen lassen. Das Ansehen der Telekom leidet derzeit sehr stark unter der Affäre. Mit den neuerlichen Aussagen und der damit eventuell doch verbundenen Aufnahme eines Verfahrens gegen den Ex-Vorstand der Telekom könnte das gesamte Ausmaß der Aktion zutage gefördert werden.