close
Stuttgart 21 plus: Nach dem Schlichterspruch ist vor dem Schlichterspruch

Stuttgart 21 plus: Nach dem Schlichterspruch ist vor dem Schlichterspruch

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/derfussi/5110560771/sizes/m/in/photostream/##DerFussi
Es ist erst einen Tag her, der Schlichter für das Bahnprojekt Stuttgart 21 Heiner Geißler hat empfohlen, weiterzubauen. Allerdings gibt es auch viele Empfehlungen zur weiteren Überprüfung und Verbesserungsvorschläge von ihm.

Cem Özdemir, Grünen-Chef forderte trotzdem auch jetzt weiterhin einen Volksentscheid, bei dem die Bürger abstimmen sollen. Für die Grünen ist nach wie vor das Modell eines modernisierten Kopfbahnhofes leistungsfähiger, umweltfreundlicher sowieso und auch billiger. Winfried Kretschmann, Grünen-Spitzenkandidat im „Ländle“ für die kommenden März-Wahlen, kündigte deshalb auch weiterhin Proteste an.

Peter Ramsauer (Bundesverkehrsminister) will jetzt erneut die Kosten des Milliardenprojekts überprüfen. Der „Noch-Ministerpräsident“ Mappus sieht keine Mehrausgaben auf das Land Baden-Württemberg zukommen. Ignorant waren die befürwortenden Politiker schon vor dem Projekt, warum sollten sie ihre Meinung auch nach dem Schlichtungsspruch ändern? Sie meinen ja, es besser zu wissen, wohl am ehesten geht es um ihre ureigensten politischen Interessen und nicht die der Bürger oder um den Bahnhof.

Geißlers Spruch kam sogar bei der Regierung in Berlin an. Jedenfalls möchte die Koalition von Schwarz-Gelb sich jetzt an dem Verhandlungsergebnis orientieren. Der Schlichterspruch würde ernst genommen war zu vernehmen. Dann hört man noch von Tanja Gönner (baden-württembergische Verkehrsministerin, CDU), dass sie nicht mit dem Bau zusätzlicher Gleise rechne. Dabei bezieht sie sich auf ein Schweizer Unternehmen, das den Stresstest durchführen soll.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass jeder der Befürworter des Milliardenprojektes sich nicht nur heimlich freut, sich die Hände reibt, sondern auch alles, was jetzt zur Sprache kommt, mit beschönigenden Worten beschwichtigen möchte.

Von Boris Palmer, dem Tübinger SPD-Oberbürgermeister war zu hören, dass teuere Nachbesserungen nötig seien. Es wird von ihm nach wie vor ein Baustopp gefordert. Alles in allem hat sich Heiner Geißler ehrenwert wochenlang bemüht, zu schlichten. Aber jetzt meint man gerade, dass nach dieser Schlichtung wieder „vor der Schlichtung ist“.