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Studie: Versicherungskunden wollen Hilfe und kein Geld

Studie: Versicherungskunden wollen Hilfe und kein Geld

Anscheinend sind Kunden von Versicherungen nicht immer nur auf den finanziellen Ausgleich fixiert. Viele Kunden wollen immer mehr direkte Hilfe im Schadenfall von ihrem Versicherer erhalten und würden dafür sogar höhere Prämien in Kauf nehmen.

Die sogenannte Assistance-Leistung (Sofort-Hilfe) wird von vielen Kunden im Schadenfall, der nachträglichen kostenmäßigen Schadenregulierung vorgezogen. Die Zahlen sind seit Jahren steigend, so waren es im letzten Jahr 56 Prozent und im Jahr zuvor 54 Prozent.

Der Versicherer Europ Assistance hat eine Studie in Auftrag gegeben, die die Hochschule Rhein-Main und das Marktforschungsunternehmen Wickert Institute gemeinschaftlich durchgeführt haben. An der Studie haben 502 private Kunden und 102 Entscheidungsträger aus der Bank- und Versicherungswirtschaft teilgenommen.

Die Nachfrage nach Zusatzservice macht sich dabei besonders im Gesundheitsbereich bemerkbar. In diesem Bereich seien die Kunden wesentlich bereiter, für Assistance-Leistungen höhere Beiträge zu bezahlen. Im Bereich der Gesundheits-Assistance ist knapp ein Drittel der Befragten bereit eine Prämiensteigerung von über 15 Euro in Kauf zu nehmen.

Ein Viertel der Befragten gab im Bereich der Pflegeversicherung an, dass eine individuelle Beratung und Hilfen für Pflegebedürftige im Sektor der Pflegesätze oder –einstufung, wichtig bis sehr wichtig sei. Zwei Drittel würden sich sogar einen persönlichen Manager für den Pflegebereich wünschen.

Die Bedeutung Assistance-Leistungen ist bei den Versicherern erkannt. Die Assistance-Leistung sei ein probates Mittel um Kunden zu binden, sagten 94 Prozent der Versicherungsgesellschaften. Darüber hinaus sind 58 Prozent der Meinung über die Assistance-Leistungen die Umsätze steigern zu können.

Deutlich mehr Assistance-Leistungen anzubieten planen 84 Prozent der Versicherungsunternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate. Mit 50 Prozent soll hierbei der Bereich Unfall, Reha und Schadenmanagement forciert werden. Dicht gefolgt vom Gesundheitsbereich mit 40 Prozent. Immer noch 30 Prozent der Gesellschaften wollen den Bereich Senioren ausbauen und je 14 Prozent wollen die Bereiche Haus und Wohnen sowie Reise in den Vordergrund stellen.

In der Bankenbranche ist man etwas zögerlicher. So wollen nur 28 Prozent der Bankenchefs die Auswahl an Assistance-Produkten in den nächsten zwölf Monaten ausweiten.

(Quelle: Das Investment)