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Steuern: Steuerberater müssen aus eigener Tasche gezahlt werden

Steuern: Steuerberater müssen aus eigener Tasche gezahlt werden

Der Bundesfinanzhof hat geurteilt, dass künftig Steuerberaterkosten nicht mehr abzugsfähig sind. Seit 2006 gilt diese Regelung, die jetzt vom Bundesfinanzhof (BFH) in München bestätigt wurde. Man argumentierte, dass die Formulare zwar nicht leicht auszufüllen seien, aber man könne dies durchaus ohne fremde Hilfe bewerkstelligen.

Die Steuerberaterkosten konnten in Vergangenheit komplett vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Im Jahr 2006 hat man diese Regelung geändert. Seitdem dürfen nur noch Steuerberaterkosten abgezogen werden, die zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommens entstanden sind. Besonders Selbstständige und Freiberufler sind hier oftmals auf einen Steuerberater angewiesen. Das pure Ausfüllen der eigentlichen Steuererklärung ist nach Auffassung des BFH reine Privatsache.

Im vorliegenden Fall wurde von einem Steuerberater eine Steuererklärung für eine Arbeitnehmerin und private Vermieterin für das Jahr 2006 erstellt. Der BFH hat geurteilt, dass sie die entstandenen Kosten von 95 Euro nicht geltend machen kann. Die neue Gesetzesregelung wäre gültig und verfassungskonform.

Der BFH erklärte, dass lediglich „zwangsläufige Privatausgaben“ von der Steuer verschont bleiben müssten. Die steuerliche Gesetzgebung würde den Bürgern aber auch nichts Unmögliches abverlangen. Denn bei Bedarf wären die Finanzbehörden verpflichtet beratend zur Seite zu stehen. Das Ausfüllen der Steuererklärungen kann durchaus mit einem großen Aufwand verbunden sein. Man müsse diesen Aufwand aber entschädigungslos hinnehmen und verwies dabei auf die Wehrpflicht, die im demokratischen Gemeinwesen auch zu den Bürgerpflichten gehöre und hingenommen werden müsse. Die breite Masse der Bundesbürger würde ohnehin die Steuererklärung selbst ausfüllen und nicht auf die Hilfe eines Steuerberaters zurückgreifen.