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Steuerhinterziehung: Wegen Betrugs zeigt ein Kunde die UBS Bank an

Steuerhinterziehung: Wegen Betrugs zeigt ein Kunde die UBS Bank an

Ein Unternehmer aus Deutschland hat das Schweizer Bankhaus UBS angezeigt. Grund hierfür seien Angebote zur Steuerhinterziehung. Im Einzelnen bezieht sich die Strafanzeige auf Untreue, Betrug und versuchte Nötigung.

Die „Frankfurter Rundschau“ hat berichtet, dass der Unternehmer ein Schreiben der Bank erhalten habe in dem ihm zur Steuerhinterziehung geraten wurde. In diesem Schreiben wurde ihm anscheinend mitgeteilt, dass wohl das Risiko bestünde, dass er einen Steuerwohnsitz in Deutschland unterhalte und er sehr rasch handeln solle, damit ihm nicht die uneingeschränkte Steuerpflicht in Deutschland drohe.

Die Bank habe wohl vorgeschlagen den Wohnsitz in die Schweiz zu verlegen und hat auch gleich in Zürich eine Dreizimmerwohnung für den Unternehmer angemietet. Des Weiteren hat die Bank anscheinend sogleich eine Aufenthaltsgenehmigung und die pauschale Besteuerung in der Schweiz beantragt.

Der Anwalt des Unternehmers, Johannes Fiala, sagte, dass sein Mandant niemals vor hatte seinen Wohnsitz in die Schweiz zu verlegen. Er sei von der UBS in die Irre geführt worden und es würde der Verdacht bestehen, dass die UBS hier als Täter, bei dem Versuch der Steuerhinterziehung, auftritt. Der Unternehmer hat anscheinend eine steuerliche Nacherklärung in Deutschland eingereicht, nachdem es zum Disput mit der Bank gekommen war. Er soll nach ersten Schätzungen an die 40 Millionen Euro Steuern nachzahlen.

Aus dem Depot des Kunden habe die Bank, ohne es dem Kunden mitzuteilen, einfach eine Art Hedgefonds gemacht, sagte Fiala. In dem Bericht wird davon gesprochen, dass der deutsche Unternehmer bei der Bank zwei Jahre zuvor ungefähr 50 Millionen Euro deponiert hatte. Durch das Verhalten der Bank hätte er sehr viel Geld verloren und würde nun der UBS sieben Millionen Euro schulden. Die UBS soll allerdings lediglich einen Beratungsvertrag mit dem Kunden gehabt haben.

Nach Aussagen von Fiala soll es weitere Kunden der UBS geben, die Ähnliches erlebt hätten. Dass die UBS eine Spielhölle sei, hätte er nie gedacht, sagte der deutsche Unternehmer.

Die UBS verkündete, dass man eine interne Untersuchung eingeleitet habe, um diese Vorwürfe aufzuklären. Entsprechende Maßnahmen würden ergriffen, wenn sich die Vorwürfe bestätigen würden. Die Bank lehnt aktuell die Forderung des deutschen Multimillionärs ab, den Verlust aus den Anlagegeschäften auszugleichen.
(Quelle: Frankfurter Rundschau)