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Steuerhinterziehung: Immer mehr Selbstanzeigen bei Finanzbehörden

Steuerhinterziehung: Immer mehr Selbstanzeigen bei Finanzbehörden

In den zurückliegenden Monaten haben sich immer mehr Steuersünder selbst angezeigt, die Konten in der Schweiz mit Geldern unterhalten, die am Fiskus vorbei lanciert wurden.

Die Zahlen steigen immer weiter an. Mittlerweile haben sich insgesamt ungefähr 16.000 deutsche Steuerhinterzieher selbst angezeigt. 

Aufgrund der immer wieder neuen Nachrichten über CD‘s mit Daten über deutsche Steuersünder bekommen es viele Deutsche mit der Angst zu tun und zeigen sich selbst an. Laut einem Bericht im Magazin „Stern“ wurde eine Umfrage unter den Finanzministerien der verschiedenen Länder durchgeführt.

Dabei führt Baden-Württemberg die Liste mit Selbstanzeigen an. Hier haben sich 4.352 Personen beim Fiskus selbst angezeigt. Dahinter liegt mit etwas Abstand Nordrhein-Westfalen mit 3.186 Selbstanzeigen und Bayern mit 2.727 Personen, die sich selbst angezeigt haben. In Hessen wurden 2.100 Selbstanzeigen gezählt. Rheinland-Pfalz folgt mit größerem Abstand, denn hier sind 1.199 Selbstanzeigen eingegangen. Die weiteren Länder folgen mit Niedersachsen 768 Selbstanzeigen, Berlin zählte 541 Personen, die sich angezeigt haben, Hamburg mit 390 Personen, Schleswig-Holstein verbuchte 375 und das Saarland 150 Selbstanzeigen. In Bremen (55) und den neuen Bundesländern sind die wenigsten Selbstanzeigen eingegangen, hier waren es insgesamt 117 über alle Bundesländer in Ostdeutschland verteilt.

Die Steuerhinterzieher spekulieren auf die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige. Diese tritt allerdings nur ein, wenn noch kein Steuerstrafverfahren gegen die betreffende Person eingeleitet wurde. Schätzungen zufolge werden die Selbstanzeigen zu ungefähr einer Milliarde Steuereinnahmen führen. Damit erhält der Fiskus je Anzeige durchschnittlich ca. 60.000 Euro. In Baden-Württemberg schätzt man die Mehreinnahmen auf mehr als 245 Millionen Euro und in Hessen erwartet man über 100 Millionen Euro. stern