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Steuerhinterziehung: Deutsche Bank wurde durchsucht

Steuerhinterziehung: Deutsche Bank wurde durchsucht

Unzählige Unternehmen sind wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung einer Razzia unterzogen worden. Insgesamt wurden bei einer Großrazzia im gesamten Bundesgebiet 1.000 Steuerfahnder und Beamte des Bundeskriminalamts eingesetzt. In der Bundesrepublik wurden der Razzia 230 Objekte unterzogen. Von den Durchsuchungen waren auch die Deutsche Bank in Frankfurt und die RWE Supply & Trading Handelsgesellschaft in Essen betroffen.

Wie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt bekannt gegeben hat, geht es um Steuerhinterziehung im Bereich des Emissionshandels für Treibhausgase. Wie es scheint sollen ungefähr 50 Unternehmen bundesweit die bei den Transaktionen entstandene Umsatzsteuer der Finanzverwaltung vorenthalten haben.

Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen 150 Personen, die an diesen Geschäften beteiligt waren und einen Schaden von 180 Millionen Euro angerichtet haben sollen. Seit 2005 ist es in der Europäischen Union möglich, mit Emissionszertifikaten zu handeln, damit der Schadstoffausstoß begrenzt wird. Über die Zertifikate ist es den Unternehmen möglich, Rechte für den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu erwerben.

Aktuell wird den beteiligten Unternehmen zur Last gelegt, dass sie ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell betrieben hätten. Ein solches Modell nutzt die verschiedenen umsatzsteuerlichen Bestimmungen der Mitgliedsstaaten der EU aus. Sie haben die Emissionsrechte über deutsche Firmen im Ausland erworben und dann im Inland über Tochtergesellschaften weiterverkauft. Dabei haben die Unternehmen ihren Kunden die entstehende Umsatzsteuer in Rechnung gestellt, diese aber nicht an den Fiskus abgeführt. Damit die Umsatzsteuer vom Finanzamt wieder erstattet wird haben die Unternehmen letztendlich die Zertifikate wieder ins Ausland verkauft, wodurch der jeweiligen Finanzbehörde ein erheblicher Verlust entstanden ist. Insgesamt, so schätzen Experten, sind den EU-Staaten auf diese Art und Weise zwischen 2008 bis Ende 2009 fünf Milliarden Euro Steuereinnahmen vorenthalten worden.

Bild: ell-r-brown