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Stellenabbau in der Versicherungsbranche gestoppt

Stellenabbau in der Versicherungsbranche gestoppt

Einer Erhebung des Arbeitgeberverbandes der Versicherungs-Unternehmen in Deutschland e.V. (AGV) zufolge ist der Negativtrend der Beschäftigtenzahlen in der Versicherungsbranche gestoppt. Erstmals gibt es seit 2003 eine Trendwende mit dem vergangenen Jahr zu verzeichnen. Die Zahlen der Mitarbeiter in der Branche sind um 0,1 Prozent auf 216.000 Mitarbeiter gestiegen. Dabei konnten sowohl die Zahl der Auszubildenden als auch der Außendienst ein leichtes Plus verzeichnen. Der Innendienst musste dabei ein Minus hinnehmen.

Der AGV schreibt in einer sozialpolitischen Kurzinformation, dass sich die Versicherungsbranche in Deutschland als recht robust erweisen würde, trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise. Immerhin konnten die Prämieneinnahmen um mehr als drei Prozent gesteigert werden und die Beschäftigtenzahlen erstmals seit mehreren Jahren wieder ein Plus verzeichnen.

Im Herbst verhielten sich die Zahlen noch etwas anders, selbst mit Beginn dieses Jahres hatte Dr. Josef Beutelmann, Vorsitzender des AGVs, die Zahlen in der Branche mit 2,0 und 2,5 Prozent für das vergangene Jahr als rückläufig eingeschätzt.

Gemessen an 2008 sind im Jahr 2009 in der Versicherungsbranche 200 Personen mehr beschäftigt worden. Dementsprechend konnte ein Plus von 0,1 Prozent verzeichnet werden, so dass aktuell 216.500 Mitarbeiter für die Versicherer arbeiten. Vergleicht man diese Zahlen mit 2002 ist das Minus immer noch beträchtlich, haben damals doch 250.000 Mitarbeiter bei den Assekuranzen gearbeitet.

Das letzte Jahr indem es einen höheren Beschäftigtenzulauf in der Branche gab war das Jahr 2002. Immerhin konnte damals ein Plus von 1,1 Prozent neuen Mitarbeitern verzeichnet werden, in absoluten Zahlen ausgedrückt, waren es damals 2.700 Personen mehr, die bei Versicherungsgesellschaften beschäftigt wurden.

Bereits zum siebten Mal hintereinander kam es zu einer Reduzierung der Innendienstmitarbeiter. Vergangenes Jahr musste der Innendienst einen Mitarbeiterschwund von 0,7 Prozent, das sind 1.200 Beschäftigte, hinnehmen, so dass insgesamt 160.300 Personen beschäftigt werden. Fast 180.000 waren noch im Jahr 2002 im Innendienst tätig.

Beim Außendienst hingegen ist eine Trendwende zu verzeichnen. 2009 ist die Zahl der Beschäftigten im Außendienst erstmals seit vielen Jahren positiv. Hier konnte ein Plus von 0,9 Prozent verzeichnet werden. Damit arbeiteten im zurückliegenden Jahr 400 Personen mehr im Außendienst als noch im Jahr zuvor. Insgesamt sind damit deutschlandweit 43.600 Personen im Außendienst der Versicherer tätig. Vergleicht man diese Zahl mit dem Jahr 2002 sind es allerdings immer noch 8.700 Außendienstmitarbeiter weniger.

In den vergangenen Jahren gab es besonders hohe rückläufige Zahlen bei den Auszubildenden. Hier schwankten die Zahlen in den Jahren 2003 bis 2007 bei einem Minus von vier bis sieben Prozent pro Jahr. Im Jahr 2008 hatte sich diese Entwicklung etwas abgeschwächt, so dass der Rückgang nur noch bei 0,1 Prozent lag. Damit gab es insgesamt 100 Azubis weniger. Im vergangenen Jahr konnte die Versicherungsbranche in diesem Bereich ein kräftiges Plus verzeichnen. Mit 1.100 zusätzlichen Ausbildungsplätzen ist die Tendenz deutlich in die positive Richtung verändert. Insgesamt sind damit 12.600 Auszubildende bei den Assekuranzen beschäftigt.

Wie der AGV herausstellt, kann man an dieser Entwicklung ablesen, dass die Ausbildung junger Menschen bei den Versicherungsgesellschaften immer noch einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Sollte es gelingen die Mehrzahl der angebotenen Ausbildungsstellen zu besetzen ist damit zu rechnen, dass im Jahr 2010 dieser Trend fortgesetzt wird.

(Quelle: Versicherungsjournal)