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SPD-Sonderparteitag: Der Rebell Sigmar Gabriel in Berlin

SPD-Sonderparteitag: Der Rebell Sigmar Gabriel in Berlin

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/spdnds/4127658372/sizes/m/in/photostream/##SPD in Niedersachsen
In Zahlen: Der SPD-Chef Gabriel sprach ganze 105 Minuten, 96 mal gab es Applaus, obwohl er erst ein Jahr im Amt ist, auf dem heutigen Sonderparteitag seiner Partei.

Sigmar Gabriel legte los und sprach sicherlich – soviel vorweg – fast allen Bürgern, die sich mittlerweile alleine gelassen fühlen durch die Regierungskoalition, aus dem Herzen. Sätze wie „Die, die uns abgeschrieben hatten, fragen uns doch heute tatsächlich, wer denn der nächste SPD-Bundeskanzler werden soll.“ Oder auch: : „Frau Merkel lässt sich von Herrn Westerwelle erpressen, weil der FDP-Chef nach seiner schäbigen Debatte keine Hartz-IV-Erhöhung beschließen kann. Aber wir werden dieses schäbige Spiel nicht mitspielen.“ Und er setzt noch drauf: „Das Kanzleramt ist zum Hinterzimmer des Lobbyismus geworden“.

Solche markigen Worte kommen sicher nicht nur bei der eigenen Partei sondern auch bei den Bürgern „draußen“ gut an. Laut Bild.online wurde er nur noch „Fidel Gabriel“ genannt, weil er durch die Länge seiner Rede die Parteifreunde an den Ex-Präsidenten Castro erinnerte. Es ist nur zu hoffen, dass es nur mit der Länge der Rede zu tun hat, denn einen Fidel Castro wünschen sich sicherlich die allerwenigsten. Und da „rot“ augenblicklich in der Politik auch nicht unbedingt so gefragt ist, sollte man lieber wieder zum Inhalt und nicht auf die Länge von Gabriels Rede zurückkommen.

Die SPD versucht augenblicklich, ihr soziales Profil zu schärfen und da kann keiner etwas dagegen haben. Die SPD müsse „auf allen Ebenen wieder für die Mehrheit der Arbeitnehmer und ihre Familien Politik machen“, sagte Gabriel. Dabei gehe es zugleich darum, „die Minderheiten nicht aus den Augen zu verlieren“. Da kann man nur zustimmen. Aber bis zu Wahlen ist es leider noch lange hin.

Eine Kernaussage war – mit Blick auf die nächsten Wahlen – dass der SPD-Chef die Bildung einer rot/grünen Bundesregierung für 2013 als strategisches Ziel anvisiert.