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Société Générale: Ist Kerviel doch nur Opfer?

Société Générale: Ist Kerviel doch nur Opfer?

Das Verfahren gegen den Skandalhändler Jérôme Kerviel hat nur drei Wochen gedauert. Das Gericht in Paris hat ungefähr dreißig Zeugen vernommen und dann ein entsprechendes Bild von Kerviel erhalten.

Ihm wird vorgeworfen Schuld an dem Verlust von 4,9 Milliarden Euro zu sein. Ein Verlust, den die französische Großbank Société Générale aufgrund seiner Arbeit erlitten haben soll. Ob dieser Verlust tatsächlich auf Kerviel zurückzuführen ist konnte im Rahmen der Gerichtsverhandlung nicht endgültig geklärt werden.

Kerviel hat vor Gericht zugegeben, dass er „wahnwitzige“ Spekulationen durchgeführt hat. Allerdings läuft das Geschäft nun mal so und seine Vorgesetzten seien zu jeder Zeit über seine Geschäfte informiert gewesen. Gefordert wird eine Haftstrafe von vier Jahren von Seiten der Anklage. Vielleicht ein bisschen zu wenig, wenn man bedenkt, dass der 33-Jährige die Großbank an den Rand des Ruins manövriert hat.

Der Verteidiger von Kerviel, Olivier Metzner, hat in seinem Schlussplädoyer gesagt, dass gerade die Banken selbst Händler wie den Angeklagten aus finanziellem Interesse heranzüchten würden. Er wies darauf hin, dass die Trader einer Bank zusammen in einem Handelsraum sitzen würden und jeder sehen könne, was der andere arbeitet.