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Skandal: Fünf Jahrzehnte Öl-Pest in Nigeria – die Katastrophe einfach vergessen

Skandal: Fünf Jahrzehnte Öl-Pest in Nigeria – die Katastrophe einfach vergessen

Das ZDF berichtete in seinem „auslandsjournal“ über die unfassbare Ölpest in Nigeria, die heute keinen Menschen mehr interessiert.

Schlagzeilen sind kurzlebig, bringen Geld und die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist jeden Tag wieder gut für neue Schlagzeilen.

In völlige Vergessenheit geraten ist die nun bereits fünf Jahrzehnte bestehende verheerende Ölpest in Nigeria.

Im Süden Nigerias, im einst so fruchtbaren und für die Menschen und ihre Ernährung so überaus wichtigen Niger-Delta, versinkt alles im Öl der alten Bohranlagen von Shell, der dort seit 1935 seine umfangreichen Geschäfte machte und die riesige Sauerei einfach zurückließ. Der Konzern stand vor 15 Jahren nur kurz am Pranger. Die Katastrophe wird einfach ignoriert und nimmt den Menschen seit Jahrzehnten ihre Lebensgrundlagen. Die Ölkonzerne zahlen zwar heute Milliardenbeträge an die Regierung, aber der Großteil der Zahlungen versickert in korrupten Politiker- und Militärtaschen.

Die einzige Einnahmequelle der Menschen dort war der Fisch, den gibt es nicht mehr. Selbst auf den Feldern der Bauern sieht man nur noch Ölschlamm. Außerdem leckt Öl an vielen Stellen aus den veralteten Pipelines. Es gehört zur traurigen Gewohnheit seit über 50 Jahren, dass die Ölleitungen platzen oder explodieren. Am Anfang gab es Proteste, dann verschwanden die Vorkommnisse aus den Schlagzeilen und aus der friedlichen Bewegung zum Umweltschutz und gegen Ausbeutung wurde inzwischen ein bewaffneter Kampf.

Aus dem Protest ist mittlerweile ein schmutziges Geschäft geworden. Die Rebellen sabotieren die Pipelines, verpesten dabei selbst das Land, zapfen alte Ölleitungen an und verkaufen das gestohlene Öl auf dem Schwarzmarkt.

Nigeria – wird vom auslandsjournal festgestellt – ist ein trauriges Beispiel, wie Reichtum arm machen kann. Obwohl es eines der zehn erdölreichsten Länder der Erde ist, liegt die Lebenserwartung bei nur circa 47 Jahren. Die bereits fünf Jahrzehnte währende Ölpest hat aus dem so fruchtbaren Nigerdelta eine auf Dauer lebensfeindliche Region gemacht.