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Skandal bei Karstadt – Betriebsrat führt Geheimverhandlungen

Skandal bei Karstadt – Betriebsrat führt Geheimverhandlungen

Der Betriebsratsvorsitzende von Karstadt gerät kurz vor dem Verkauf der Warenhauskette stark in die Kritik. Im Geheimen soll er Verhandlungen geführt haben, die seine Neutralität in Frage stellen.

Hellmut Patzelt, Betriebsratsvorsitzender von Karstadt, soll schon seit einigen Wochen Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Konsortium Highstreet geführt haben. Er ist einer der Entscheider im Gläubigerausschuss, die darüber befinden, wer letztendlich den Zuschlag zur Übernahme der insolventen Kaufhauskette erhält.

Nach einem Bericht im „Handelsblatt“ soll er Bieter ausgeladen haben, die ihr Konzept zum weiteren Bestand der Warenhauskette vorlegen wollten. Er wollte vielmehr ein Vier-Augen-Gespräch mit dem jeweiligen Bieter, um dann selbst das Konzept bei seinen Kollegen vorzustellen.

Er soll Highstreet zugesagt haben, dass man die Arbeitszeit erhöhen wird, wenn die verlustbringende Filiale in Fulda erhalten bleibe – Patzelt selbst stammt aus Fulda. Patzelt ist nicht zum ersten Mal in die Kritik geraten. Im Jahr 2008 hat er von den Mitarbeitern gefordert, dass diese auf Gehaltsbestandteile verzichten, um das Unternehmen zukunftssicher zu machen. Er selbst hat sich allerdings eine Gehaltserhöhung auf 10.000 Euro gewährt, er bezog damals ein Gehalt von 8.125 Euro.