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Seehofer: Gegen Rente mit 67 – Unverständnis der CSU – Mißfelder geschockt

Seehofer: Gegen Rente mit 67 – Unverständnis der CSU – Mißfelder geschockt

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/wuttke09/3849151835/sizes/m/in/photostream/##wuttke09
Erst ist Horst Seehofer (CSU-Chef) gegen eine weitere Zuwanderung ausländischer Facharbeiter. Jetzt setzt er noch was drauf, er ist gegen die Rente mit 67.

Was ist mit dem bayerischen Ministerpräsidenten los? Um was geht es ihm? Um Stimmengewinne, Stammtischwähler oder Popularität? Das können wahrscheinlich nicht einmal mehr seine Parteigenossen beantworten. Jedenfalls wird er mit Sicherheit kein zweiter Franz Josef Strauß werden, das steht fest. Vielleicht möchte er aber auch nur der Bundeskanzlerin in die Parade fahren und es geht um Machtstreitigkeiten. Aber auch ein zweiter Helmut Kohl wird sicherlich nicht aus Seehofer werden.

Hier zur Erinnerung das Originalzitat des CSU-Parteichefs: „Wenn die deutsche Wirtschaft nicht endlich beginnt, für die über 50-Jährigen die Beschäftigungschancen signifikant zu verbessern, dann macht die Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf das 67. Lebensjahr keinen Sinn. Denn dann bedeutet dieser Schritt für die ältere Bevölkerung nichts anderes als eine Rentenkürzung“.

Das kann keiner abstreiten. Aber dies aus dem Munde eines CSU-Mitglieds und entgegengesetzt der Koalitionsmeinung in der Regierung zu hören, ist bemerkenswert. Wie nicht anders zu erwarten war muss natürlich der Erzkonservative und Vorsitzende der Jungen Union Philipp Mißfelder sofort lautstark und unqualifiziert wie immer reagieren:

Es sei unverantwortlich, die Rente mit 67 in Frage zu stellen. Eine Abkehr hiervon wäre arbeitsmarkt- und sozialpolitisch verantwortungslos. Das entgegnet ein CSU-Parteimitglied, das schon immer gegen die Senioren heftigst polemisiert hat. Mit Sprüchen wie „Alte gebt den Löffel ab“ und „keine neuen Hüften für Alte“ hat er sich sicherlich nicht beliebt gemacht.

Interessanterweise findet also hier jetzt auch ein Streit zwischen Jung und Alt innerhalb der CSU statt. Der aufmerksame Leser darf gespannt sein, was daraus wird. Die Kanzlerin hat ganz schnell versucht, die Diskussion wieder zu beruhigen. Aber außer beschwörenden nichtssagenden Worten war nichts Relevantes zu hören. Früher war es das „Aussitzen“, heute ist es das „Sagen und damit nichts sagen“, was zur Zeit von Merkel praktiziert wird.