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Schwere Fehler bei Ratingagenturen – Klagewelle droht

Schwere Fehler bei Ratingagenturen – Klagewelle droht

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/thetruthabout/3020816234/sizes/m/##TheTruthAbout...
Den Ratingagenturen stehen harte Zeiten bevor. Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s müssen sich auf Gegenwind von der US-Börsenaufsicht SEC gefasst machen. Die SEC reagiert nun auf irreführende und falsche Ratings, die zwei Jahre zurück liegen und Wertpapieren aus Europa betreffen.

Das Image der Ratingagenturen hat während der Krise und besonders in den vergangenen Wochen stark gelitten. Jetzt droht den Ratingagenturen eine Welle von Klagen. Moody’s hat verkündet, dass man einer Klage der SEC entgegensehe.

Von Seiten der SEC wird Moody’s vorgeworfen, dass diese in Bezug auf europäische Wertpapiere im Jahr 2008 falsche und irreführende Ratings veröffentlicht hätten. Moody’s wird zu Last gelegt, aufgrund eines Modellfehlers den betreffenden Papieren ein „AAA“-Rating gegeben zu haben.

Moody’s zieht sich auf den Standpunkt zurück, dass die Vorfälle von Mitarbeitern ausgingen und eine Verletzung von Regeln durch Mitarbeiter könne nicht bedeuten, dass die Ratingagentur irreführend bewertet hätte. Eventuell kommt Moody’s mit diesem Standpunkt durch. Es droht allerdings Ungemach durch andere Kläger.

In den zurückliegenden zwei Wochen wurden in Kalifornien und New York mehreren Klagen von Investoren, darunter auch einige Pensionskassen, stattgegeben. Den Ratingagenturen wird zur Last gelegt, dass die grob fahrlässig, ja sogar betrügerisch vorgehen würden, denn die hohe Bewertung von Finanzprodukten, die sich späterhin als wertlos gezeigt haben, wäre nicht korrekt.

Als Erfolg kann das jedoch nicht gewertet werden, denn eine Zulassung einer Klage hat noch nicht viel mit dem kritisch geprüften Urteil zu tun. Die Anleger haben unterdessen mit allergrößter Vorsicht reagiert. Im April hat eine Anhörung der Ratingagenturen vor dem Senat stattgefunden, die das Verhalten der Agenturen vor der Finanz- und Wirtschaftskrise zum Gegenstand hatte. Die Aktienkurse der Ratingagenturen sind zu diesem Zeitpunkt massiv gefallen. Die Anleger sorgen sich, dass die Ratingagenturen wesentlich stärker reguliert werden und somit deren geschäftlicher Handlungsspielraum eingeschränkt wird.