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Russischer Gasstreit: Bald keine Gaslieferungen nach Deutschland mehr durch Gazprom?

Russischer Gasstreit: Bald keine Gaslieferungen nach Deutschland mehr durch Gazprom?

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/wwhyte/158918130/sizes/m/## wwhyte1968
Im jetzt entbrannten Gaslieferungsstreit zwischen Weißrussland und Russland hat Weißrussland angekündigt, die Durchleitung von russischem Erdgas in den Westen zu stoppen.

Weißrussland will die Transitleitungen für Westeuropa abdrehen, so Alexander Lukaschenko (Präsident Weißrussland). Ganz besonders trifft das EU-Mitglied Litauen, das zu 100 Prozent vom russischen Gas abhängt.

Bei einem Treffen in Minsk mit Sergej Lawrow (russischer Außenminister) sagte Lukaschenko, Gazprom würde Weißrussland rund 212 Millionen Euro schulden, die für das Durchleiten von Gas nach Westen entstanden seien. Diese Summe könne mit etwa 155 Millionen Euro verrechnet werden, die Weißrussland an Russland zahlen soll.

Lukaschenko warnte sogar vor dem „Ausbruch eines Gaskrieges“, da Moskau eine Verrechnung ablehnt. Wenn Weißrussland seine Schulden nicht begleiche, würden die russischen Lieferungen um bis zu 85 Prozent reduziert werden. Es wurden bisher schon 30 Prozent des üblichen Niveaus gedrosselt.

Die beiden Länder hatten sich erst im Januar des Jahres nach langem Ringen auf einen neuen Liefervertrag geeinigt. Von einem Öllieferstopp dieser beiden Länder war auch Deutschland und andere Länder bereits im Januar 2007 stark betroffen.

Von Seiten der EU-Kommission wurden beide Länder aufgefordert, ihre vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten. Es werde erwartet, dass die Gasversorgung nach Westeuropa nicht beeinträchtigt wird. Zwischen 2 und 2,5 Millionen Kubikmeter Gas wird von Deutschland täglich auf diesem Wege bezogen.

Brüderle (Bundeswirtschaftsminister) rechnet nicht mit einem akuten Engpass, weil es für Deutschland alternative Bezugsmöglichkeiten gebe.