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Ruiniert sich Deutschland durch falsche Sparpolitik?

Ruiniert sich Deutschland durch falsche Sparpolitik?

Unter der Überschrift „Euro in Gefahr: Wie Deutschland die Euro-Krise befeuert“, hat Monitor (WDR) in seiner letzten Sendung die derzeitige Sparpolitik unter die Lupe genommen.

Es waren und sind Sätze wie Schuldenkrise, Sparpolitik, wir leben über unsere Verhältnisse, die die Bürger ständig hören und die untersucht wurden. Sätze, die laut Monitor falsch oder einfach lähmend sind.

Prof. Heiner Flassbeck, Chef-Ökonom UNCTAD z.B.: „Wenn wir jetzt alle massiv sparen und kürzen, wird es eine nächste und tiefere Rezession in Europa geben.“

Prof. Peter Bofinger, Wirtschaftsweiser der Bundesregierung: „Was jetzt beschlossen wurde in Berlin steht ganz klar im Gegensatz zu dem, was der Europaraum an Wachstumsimpulsen benötigen würde.“

Sascha ten Brink, Unternehmer: „Früher haben wir hauptsächlich von Griechenland exportiert, aufgrund der niedrigeren Lohnkosten. Und jetzt ist es so, dass wir mehr von Deutschland aus exportieren, was für uns einfach aufgrund der moderaten Lohnkostenentwicklung in Deutschland sinnvoller ist.“

Monitor: „Arbeitsplatzangst in Griechenland als Folge der deutschen Lohnpolitik? Überall in der EU sind die Reallöhne in den letzten 10 Jahren vor dem Finanzcrash gestiegen.“ In den Niederlanden, Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, Irland und Griechenland um 12,4 bis 39,6 Prozent. Nur in Deutschland nicht. Hier sind sie sogar um 0,8 Prozent gesunken.

Laut Flassbeck stieg dagegen der deutsche Exportanteil am Bruttoinlandsprodukt von 30 auf 45 Prozent. Über kurz oder lang wird Deutschland als Export-Weltmeister ein Problem bekommen, denn 60 Prozent unserer Waren gehen nach Europa.

Jetzt fordern die europäischen Nachbarn in einem gemeinsamen Papier, unterzeichnet von den Finanzministern der Euro-Staaten wörtlich: „Es muss in allen Euro-Staaten gehandelt werden. (…) Länder mit hohem Leistungsbilanz-Überschuss (also Länder mit hohem Exportanteil, vor allem also Deutschland) sind gefordert, die Binnen-Nachfrage zu stärken.“

Und Merkel predigt ständig weiter, wo noch gespart werden muss.

Flassbeck wörtlich: „Ich habe vor zehn Jahren die Krise in der Eurozone vorhergesagt. Ich mache jetzt die Vorhersage, dass diese Eurozone die nächsten fünf Jahre nicht überleben wird, wenn Deutschland nicht sofort sich diesem Problem widmet, seiner Bevölkerung erklärt, dass dieses Problem existiert und dafür sorgt, dass es beseitigt wird.“