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Röslers Gang nach Kanossa – 80 Euro Mehrbeitrag bei Krankenkassen?

Röslers Gang nach Kanossa – 80 Euro Mehrbeitrag bei Krankenkassen?

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler sieht sich einmal mehr großer Kritik wegen seiner Reformpläne zum Gesundheitssystem ausgesetzt. Die Opposition wettert gegen die Vorschläge Röslers und warnt davor, dass damit die Kopfpauschale durch die Hintertür kommen werde.

Ökonom Jürgen Wasem hat gesagt, dass er befürchtet, dass die Krankenkassen bis zum Jahr 2020 einen Zusatzbeitrag von 80 Euro verlangen werden.

Am Mittwoch trifft das Bundeskabinett zusammen, um über die Reformpläne der Koalition zu entschieden. Die Koalition muss eine Reform in die Wege leiten, denn schon im nächsten Jahr soll das Defizit bei den Krankenkassen zehn Milliarden Euro erreichen. Eine Stellschraube ist der Beitragssatz, der auf 15,5 Prozent angehoben werden soll. Aktuell liegt dieser bei 14,9 Prozent. Bei 15,5 Prozent soll der Beitrag dann eingefroren werden, so dass künftig Beitragsanhebungen nur noch über die Zusatzbeiträge realisiert werden, die allerdings keine Obergrenze mehr haben sollen. Dies gilt allerdings nur für die Versicherten, die Arbeitgeber haben hierzu keinerlei Beitrag mehr zu leisten.

Von Seiten der Opposition wird gewarnt, dass einmal mehr der Versicherte für die defizitären Strukturen bei den Krankenkassen einstehen muss. Es trifft 50 Millionen Versicherte, die anscheinend die Melkkuh der Krankenkassen sind. Viel sinnvoller wäre, die alten verkrusteten Strukturen bei den Krankenkassen aufzubrechen und bei den viel zu groß dimensionierten Verwaltungen der Kassen anzusetzen. Auch wäre es sinnvoller, hier einen Markt entstehen zu lassen. Mit Hinblick auf die Ausgleichszahlungen, die Krankenkassen untereinander leisten müssen, müsste geprüft werden, ob diese überhaupt noch zeitgemäß und für das System förderlich sind.