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Riester-Rente: DIW mahnt hohe Kosten an

Riester-Rente: DIW mahnt hohe Kosten an

Das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut DIW verlangt, dass die Riester-Renten genau überprüft werden. Die Kosten sowie die Konditionen wären nicht durchschaubar. Grundsätzlich blasen die Forscher aus Berlin damit in das Horn der Verbraucherschützer.

Das DIW  ist der Frage nachgegangen, warum die Riester-Rente nur in geringen Teilen der Bevölkerung ankommt. Das DIW erklärte, dass bislang nur 13,5 Millionen Deutsche einen Riester-Vertrag abgeschlossen hätten. Schätzungen zufolge sind dies gerade einmal 37 Prozent aller Personen die einen Anspruch auf die Riester-Rente haben.

Die Zielgruppe, die eigentlich mit der Riester-Rente erreicht werden soll, nämlich die Personen mit mittlerem und kleinerem Einkommen werden kaum erreicht, so das DIW. Außerdem würden viele Verbraucher die mit den Verträgen verbundenen Konditionen und Kosten nur schwer verstehen.

Aus diesem Grund hat das DIW öffentlich bekundet, dass die Riester-Rente einer systematischen Überprüfung zu unterziehen sei. Es wäre längst überfällig, die Riester-Rente, zehn Jahre nach deren Markteinführung zu überprüfen. Alljährlich würde die Bundesregierung die steigenden Zahlen an staatlich geförderten Renten als Erfolg verkaufen. Sie ignoriert dabei, dass die Riester-Rente nur in Teilen der Bevölkerung verbreitet ist.

Kritik an der Vermarktung von Riester-Produkten äußern Verbraucherschützer schon seit langem. Das DIW mahnte die Verbraucherverbände an, dass man es bisher nicht geschafft habe seine Funktion als Marktbeobachter zu nutzen, um für die Verbraucher eine Übersicht über den Markt mit Riester-Produkten aufzubauen.

Edit: Bei Markteinführung kam die Riester-Rente nicht so recht in Schwung. Hintergrund war die geringe Bezahlung der Vermittler und die Verteilung der Abschlusskosten auf einen langen Zeitraum. Diesen Umstand hat man vor einigen Jahren geändert, so dass die Verkaufszahlen von Riester-Renten gestiegen sind. Machen aber höher Provisionen das Produkt wirklich besser?

Wer genau hinschaut kann erkennen, dass Riester-Produkte nur bei einem kleinen Teil der Bevölkerung Sinn machen. Allzu oft wird vergessen, dass zum einen die Förderung des Staates nicht garantiert ist und jederzeit gestoppt oder gemindert werden kann und zum anderen die Verträge bei Auszahlung zu einhundert Prozent steuerpflichtig werden. Viele Vermittler verkaufen Riester-Renten und zeigen nur den vorsteuerlichen Auszahlungsbetrag auf. Oftmals macht aber gerade die Steuerlast und die zu hohen Kosten innerhalb der Verträge, die Riester-Renten eher unattraktiv. Desweiteren wird in den meisten Fällen vergessen, dass die Riester-Rente ursprünglich nicht als private Zusatzrente gedacht war, sondern einen Teil der staatlichen Rente absichern soll, der der letzten Rentenreform zum Opfer gefallen ist.

Wer eine Riester-Rente abschließen möchte sollte den Vertrag also genau prüfen und bestenfalls einen nachsteuerliche Effektivzinsberechnung machen, um tatsächlich sicher zu gehen auch einen lukrativen Vertrag abzuschließen.

(Quelle: AFP)