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Ratingagenturen: Wissen sie wirklich Bescheid?

Ratingagenturen: Wissen sie wirklich Bescheid?

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ist nicht zuletzt auch aufgrund der Bewertungen der drei großen Ratingagenturen aus den USA begünstigt worden. Wie es scheint ist man bei einem weltweiten Player auf dem Finanzmarkt zur Einsicht gelangt, dass man nicht ordentlich gearbeitet hat.

Einem Bericht im Magazin „Focus“ zufolge soll man sogar „Mist“ gebaut haben und dies auch noch zugeben, was an sich ja schon nicht unbedingt bei global Players normal ist.

Durch die Fehler, die gemacht wurden sind weltweit viele hundert Milliarden Euro versenkt worden. Standard & Poor’s, die wohl vermeintlich mächtigste Ratingagentur, hat zugegeben, dass man vor zwei Jahren Wertpapiere, die sich mit der Absicherung des US-amerikanischen Immobilienmarkts beschäftigen völlig falsch bewertet habe. Die Bewertung sei viel zu positiv ausgefallen.

An nur einem Tag, hat man dann insgesamt 902 dieser Papiere auf „Junk“ gestuft, was zu großen Verwerfungen am Finanzmarkt geführt hatte. Kurz darauf ist die Investmentbank Lehman Brothers Bankrott gewesen.

Aber aus den Fehlern scheint man in der Branche nicht gelernt zu haben, denn die drei großen Agenturen wollen uns noch immer Glauben machen, dass sie alles über den Finanzmarkt wüssten und bewerten weiterhin, teilweise auch unverständlich, Unternehmen und Staaten. Wer kann ihnen Einhalt gebieten? Eine Europäische Ratingagentur soll von Seiten der Europäischen Union als Gegenpol eingerichtet werden. Sicherlich ein sinnvoller Ansatz, aber forciert man damit nicht nur den Rating-Wahn?