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Ratingagentur Moody’s wertet die Deutsche Bank ab

Ratingagentur Moody’s wertet die Deutsche Bank ab

Selbst der Euro geriet durch die Nachricht unter Druck. Die Deutsche Bank wurde überraschenderweise im Rating von Moody’s um ganze zwei Noten abgestuft. Der Euro ist durch diese Neuigkeiten auf sein Tagestief gefallen, das bei 1,3552 Dollar erreicht war. Ein Devisenhändler sagte dazu, dass man befürchtet es könnte auch andere Banken treffen, wenn die Deutsche Bank herabgestuft wird. Das sei Auslöser für einen Wechsel aus risikofreudigen Anlagen zu vermeintlich sicheren Anlagen in Dollar.

Durch die Abwertung der Deutschen Bank muss diese nun Geld zu höheren Zinsen aufnehmen, um sich zu refinanzieren. Die Deutsche Bank hat sofort reagiert und mitgeteilt, dass man keine Auswirkungen auf Kosten der Finanzierung sehen würde, die an die Substanz gingen. Moody’s gab an, die Deutsche Bank herabgestuft zu haben, weil sie zu abhängig vom Investmentgeschäft wäre. Zu Beginn des Februars hatte der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, verkündet, dass man für 2009 einen Nettogewinn von fünf Milliarden Euro eingefahren hätte. Der größte Teil des Gewinns stammt aus dem Investmentgeschäft, insbesondere aus Platzierungen aus Staats- und Unternehmensanleihen. Moody’s erklärte weiter, dass der starke Fokus der Deutschen Bank auf den Bereich des Kapitalmarktgeschäfts die Bank sehr anfällig für große Schwankungen machen würde. Wie die Ratingagentur weiterhin mitteilte, würde sich das Firmen- und Privatkundengeschäft nicht den Erwartungen entsprechend entwickeln. Außerdem wäre ein weiterer Punkt, die sich in die Länge ziehende Übernahme der Postbank. Bislang ist die Deutsche Bank zu 30 Prozent Anteilseigner der Postbank. Wie Ackermann zu erkennen gab, scheint man keine Eile zu haben weitere Anteile der Postbank zu erwerben.

Im Jahr 2009 hatten Investmentbanken gute Umsätze zu verzeichnen. Einerseits lag das an den Staaten und Unternehmen, die ausgesprochen hohen Bedarf an Finanzierungen hatten, andererseits sind durch die Finanz- und Wirtschaftskrise mehrere US-amerikanische Investmentbanken vom Markt verschwunden. Die Ratingagentur Moody’s geht allerdings von einem sich verschärfenden Wettbewerb aus. Unter diesen Umständen wäre es für die Deutsche Bank deutlich schwieriger, die anspruchsvollen Ziele zu erreichen. Die Verdopplung des vorsteuerlichen Gewinns bis 2011 schwebt Ackermann vor. Das würde bedeuten, dass die Deutsche Bank einen vorsteuerlichen Gewinn von zehn Milliarden Euro einfahren würde. Man befürchtet bei Moody’s, dass die größte deutsche Bank deutlich höher ins Risiko gehen könnte, nur um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen und nicht unter dem Druck der Investoren zu zerbrechen.

Nach einem Treffen mit Analysten hat Finanzchef Stefan Krause berichtet, dass das Januargeschäft äußerst gut gewesen sei und der Februar wieder normal verlaufen wäre. Die Abwertung der Bonität der Deutschen Bank hatte auf die Aktie des Instituts nur minimale Auswirkungen.

(Quelle: Süddeutsche)