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Prozessbeginn gegen französischen Investmentbanker Kerviel

Prozessbeginn gegen französischen Investmentbanker Kerviel

Seit heute steht Jérôme Kerviel, (ehemals Investmentbanker) einer der größten Anlagenzocker aller Zeiten, vor einem Pariser Gericht.

Die französische Großbank Société Générale verlor durch ihn fünf Milliarden Euro.

Ihm wird Dokumentenfälschung, Untreue und Manipulation von Computerdaten zur Last gelegt, jetzt drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft und 375.000 Euro Strafe.

Daniel Bouton, der Institutschef, verlor seinen Job. Es gibt Streit, ob Bouton aussagen soll vor Gericht.

Kerviel auf eine Frage hinsichtlich seines Jonglierens mit den Milliarden wörtlich: „Das Problem? Man gewöhnt sich daran. Das erste Mal ist es etws besonderes, danach gibt es keinen Bezug mehr zu den Summen, die man investiert……Meine Chefs kamen jeden Morgen und haben gebeten, weiter zu kaufen.“ Er habe mit Wissen der Bankenchefs gehandelt, die das allerdings vehement bestreiten.

Einer der drei Anwälte der Société Générale, Jean Veil (Anwalt des ehemaligen Staatspräsidenten Chirac) sagt, dass Kerviel alleine gehandelt und dies vor seinen Chefs versteckt habe. Der Betrug wurde trotz ausgelöster Alarmmeldungen nicht früh genug aufgedeckt.

Kerviel wird verteidigt von Olivier Metzner, der im Concorde-Absturz-Prozess Continental-Airlines vertreten hat. So wird dieser Prozess auch ein Kräftemessen von Prominenten-Anwälten und man darf gespannt sein, wem die Richter Glauben schenken werden.

Kerviel arbeitet zur Zeit für 2000 Euro Monatsgehalt in einer Informatikfirma, die ihn nach der Untersuchungshaft eingestellt hatte.