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Provoziert die Federal Reserve eine Asienblase

Provoziert die Federal Reserve eine Asienblase

Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve unterstützt den amerikanischen Binnenmarkt mit sehr niedrigen Zinsen. In den Schwellenländern löst dies allerdings nur bedingte Freude aus. Durch die Politik der niedrigen Zinsen erhalten die Schwellenländer extrem hohe Kapitalzuflüsse. Außerdem löst dies in der asiatischen Region Ängste vor Übertreibungen aus.

Die Politik, die von den Industrienationen bedingt durch die Krise betrieben wird, kann den Wirtschaftsaufschwung in den Schwellenländern gefährden. Insbesondere löst die Nullzins-Politik der USA massive Kapitalzuflüsse in den Schwellenländern aus. Von Seiten des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde gewarnt, dass die südostasiatischen Staaten gezwungen sein könnten, die Geldströme zu kontrollieren und zu regulieren.

Der Vize-Geschäftsführer des IWF, Naoyuki Shinohara, hat im Rahmen einer Konferenz der ASEAN (Südostasiatische Staatengemeinschaft) gesagt, dass grundsätzlich Kapitalzuflüsse zu begrüßen sind, allerdings könnten exzessive, kurzfristige Geldzuflüsse die Wirtschaftssteuerung immens stören.

Durch diese Kapitalzuflüsse können Blasen im Bereich der Vermögenspreise und Kreditexzesse hervorgerufen werden. Mittlerweile gibt es erste Länder, die sich gegen die hohen Geldzuflüsse wehren. Von einigen anderen Staaten Südostasiens ist zu vernehmen, dass sie solche Maßnahmen planen. Schwierig wird die Situation, wenn die neuen Investoren ihr Kapital schnell wieder abziehen. Hierdurch können starke Turbulenzen an den Kapitalmärkten hervorgerufen werden.

Die jeweiligen Zentralbanken haben eine Fülle von Mitteln, sich gegen diese Kapitalzuflüsse zu wehren. Sie können beispielsweise die einheimische Währung aufwerten, was zu einem Verteuern von Krediten führt. Allerdings darf die eigene Währung nicht überbewertet werden. Auch die Möglichkeit von Kapitalkontrollen besteht, das kann rasant ansteigende Geldströme vorübergehend abschwächen. Außerdem kann ein Staat Steuern auf bestimmte Investitionsgüter erheben und somit einen übermäßigen Anstieg von Investoren abmildern.

(Quelle: Financial Times)