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Polizeieinsatz Stuttgart 21: Nach Eskalation jetzt Streit um pure Gewalt

Polizeieinsatz Stuttgart 21: Nach Eskalation jetzt Streit um pure Gewalt

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/bresel/2459982470/sizes/m/in/photostream/##Bresel
Jetzt geht es erst richtig los mit dem Problem „Bahnprojekt Stuttgart 21“.

Prügelten gestern Polizisten auf brave Bürger wie Schüler, ältere Herrschaften und sogar alte Damen ein, so sprechen heute die Befürworter von Demokratie bzw. demokratischen Beschlüssen beim Projekt und fordern Verständnis für die Gewalt seitens der Beamten.

Die gingen mit Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstöcken auf die „Gegner“ los. Dazu zählten auch Kinder und Jugendliche.

Die Gewalt auf Seiten der Demonstranten lag wohl darin, dass sie mit kleinen Steinchen warfen. Entgegen Verlautbarungen der Polizei vom Wurf mit Pflastersteinen handelte es sich um Kastanien. Laut Baden-Württembergs Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU) hätten Schüler einen Polizeiwagen besetzt. Sie deutete an, Demonstranten hätten Kinder „bewusst nach vorne geschoben”.

Jetzt sitzt der Schock tief. Es hatte wohl keiner der Beteiligten mit solch einer Eskalation gerechnet. Tatsache ist aber- über die der mündige Bürger nicht hinwegsehen kann und wird – dass die Polizei mit ihren aus anderen Bundesländern sogar herbeizitierten Beamten unverhältnismäßig brutal reagierte.

Was haben Wasserwerfer, Pfefferspray und prügelnde Polizisten im Schlosspark bei friedlich demonstrierenden Bürgern zu suchen, die nur für ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht zur Demonstration Gebrauch gemacht haben? Das muss geklärt werden.

Auch ein Vergleich mit den Polizeieinsätzen der 68er Demonstrationen hinkt, denn dort gab es keine älteren Menschen, geschweige denn Kinder und Jugendliche, die gegen eine der sinnlosesten Geldverschwendungen dieses Staates jetzt von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machen.

Und wenn wir hier schon die „68er“ zitieren: Die damals geforderte „Bildung für mehr Arbeiterkinder und mehr dieser Kinder an die Universitäten“ wäre heute auch noch zu befürworten. Hier hat sich in den 42 Jahren absolut nichts verändert. Das macht sich heute kaum jemand bewusst, der über mehr Bildung spricht in dieser Republik.

Bei Wortmeldungen und anderen Möglichkeiten der Bürger, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren, hört die Politik schon lange nicht mehr hin. Es sei denn – wie jetzt – bei Stuttgart 21 und den Demonstrationen.