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Papst in England trotz Protesten – Jesuiten wollen Missbrauchsopfer entschädigen

Papst in England trotz Protesten – Jesuiten wollen Missbrauchsopfer entschädigen

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/wm_archiv/2695383541/sizes/m/in/photostream/##Allie_Caulfield
Papst Benedikt XVI ist zu einem offiziellen viertägigen Staatsbesuch in England eingetroffen, dies ist der erste Besuch eines Papstes seit 476 Jahren.

Sein Besuch wird von dem Skandal zum sexuellen Missbrauch überschattet. Darüber hinaus wird ihn sein langjähriger Berater und Ökumene-Experte Walter nicht begleiten.

Es gab Differenzen mit Groß-Britannien wegen dessen Äußerungen. Kasper sagte dem Magazin „Focus“: „Wenn Sie am Flughafen Heathrow landen, denken Sie manchmal, Sie wären in einem Land der Dritten Welt gelandet“, ja, vor allem in England ist ein aggressiver Neu-Atheismus verbreitet. Wenn Sie etwa bei British Airways ein Kreuz tragen, werden Sie benachteiligt.“

Kritik wurde über hohe Kosten des Staatsbesuches geäußert, die mit rund 12 Millionen Pfund vom Steuerzahler getragen werden müssen. Auch Prominente wandten sich in einem offenen Brief gegen den Besuch: „Wir teilen die Ansicht, dass Papst Ratzinger nicht die Ehre eines Staatsbesuches in diesem Land gewährt werden sollte“, heißt es in dem in der Zeitung „The Guardian“.

Auf dem Programm steht auch eine private Unterredung des Papstes mit Königin Elizabeth II. Am Mittag ist eine Faht im Papamobil durch Edinburgh geplant, danach eine Messe in Glasgow.

Der Jesuiten-Orden will auch ohne Einigung mit der Bischofskonferenz einen Vorschlag zur Entschädigung von sexuellen Missbrauchsopfern in Höhe von 5000 Euro pro Person vorlegen. Ursprünglich war geplant, einen Vorschlag gemeinsam vom Orden und der Bischofskonferenz vorzulegen, aber eine Einigung hierüber ist nicht in Sicht.

Ex-Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer hatte recherchiert, dass einer der Haupttäter Haupttäter an den deutschen Jeuistenschulen 1991 im Rahmen seines Laisierungsverfahrens in Rom ein detailliertes schriftliches Geständnis über seine Missbrauchstaten an mehreren hundert Kindern abgelegt hat. Die Geschädigten verlangen Aufklärung, warum dieses Geständnis bisher vom Vatikan ignoriert wird.