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Öl der explodierten Ölbohrplattform Deepwater-Horizon bald im Golfstrom?

Öl der explodierten Ölbohrplattform Deepwater-Horizon bald im Golfstrom?

Unter dem Motto: Schmierige Katastrophe – die größte Ölpest aller Zeiten moderierte Bärbel Schäfer im HR3.

In einem Interview sprach Prof. Dr. Martin Visbeck, Leiter der Physikalischen Ozeanographie am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel über die größte Ölpest aller Zeiten, die die Betreiberfirma BP verursacht hat.

In einer gemeinsamen Studie mit dem National Center for Atmospheric Research (NCAR) gibt es Hinweise auf eine rasche Ausbreitung im Atlantik. Innerhalb weniger Monate könnte sich das derzeit im Golf von Mexiko freigesetzte Öl über den Golfstrom weit in den Atlantik ausbreiten. Dies zeigt eine aktuelle Modellrechnung mit einem hochauflösenden Ozeanmodell der Kieler.

Noch gibt es an Floridas Ostküste weiße Strände, was sich aber rasch ändern könnte. Die Modellexperimente zeigen, dass der Ölteppich innerhalb weniger Wochen den Atlantik erreichen und sich rasch weiter nach Nordosten ausbreiten könnte.

In den USA wurde diese Frage vom NCR mit seinem sehr hochauflösenden (10 x 10 km) Ozeanmodell für sechs verschiedene Strömungsmuster nachgerechnet. Die Ergebnisse zeigen einen raschen Transport der verschmutzten Wassermasse in den Atlantik, die sich dort mit hoher Geschwindigkeit weiter verteilt.

In den Studien wurde bislang aber kein biologischer Abbau bzw. die Verwirbelung des Golfstromes berücksichtigt, die auf Dauer die Ölbelastung abschwächen.

Für die Südostküste der USA sehe es allerdings nicht rosig aus, hier könnten in diesem Sommer Badefreuden beeinträchtigt werden.