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Nord/LB: Um Millionen betrogen

Nord/LB: Um Millionen betrogen

Die Norddeutsche Landesbank ist bislang sehr gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. Jetzt scheint eine Schweizer Tochter  der Nord/LB, die Skandifinanz Bank, zum Betrugsopfer geworden sein. Medienberichten zufolge handele es sich um eine Summe die sich auf bis zu 130 Millionen Euro belaufen könnte.

Im Exportfinanzierungsgeschäft soll eine Tochter der Norddeutschen Landesbank in der Schweiz um viele Millionen Euro betrogen worden sein, so ein Sprecher der Züricher Bank. Man würde mit Hochdruck an der Aufklärung arbeiten und hätte Strafanzeige gegen den Geschäftspartner gestellt. Weitere Einzelheiten will man derzeit nicht preisgeben, da es sich um ein Vermittlungsverfahren handele.

Sie Schadenhöhe scheint noch unklar zu sein. Sie bewege sich zwischen 30 und 130 Millionen Euro. Die Schweizer Skandifinanz Bank ist ein Tochterunternehmen der Norddeutsche Landesbank Luxembourg S.A. Sie ist auf das Geschäft der Außenhandelsfinanzierung spezialisiert. Mit diesem Geschäftsbereich finanziert sie das Exportgeschäft von Unternehmen.

Ein Teil dieses Geschäftes ist die Forfaitierung, bei der Unternehmer Forderungen an die Bank verkaufen, die aus Geschäften der Exporteure mit ausländischen Unternehmen stammen. Um die Forderung zu beweisen müssen entsprechende Dokumente über die Warenlieferung an den Abnehmer bei der Bank vorgelegt werden. Anscheinend hat hier ein Schweizer Unternehmen angesetzt und die entsprechenden Papiere gefälscht und somit die Züricher Bank um Millionen geprellt.

Neben dem Einschalten der Schweizer Justizbehörden hat die Nord/LB intensive interne Prüfungen in die Wege geleitet. Ein Expertenteam aus Hannover soll nun vor Ort die Bücher der Bank umfangreich prüfen. Die Skandifinanz Bank hat offiziell auf ihrer Internetseite bekundet, dass man an der Aufklärung des Falles arbeiten würde, man aber weiterhin den eigenen Kunden weiterhin einen guten Service bieten wird.

Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich wohl um einen Einzelfall, der von dem Schweizer Unternehmen ausging. Es gäbe keine Hinweise, dass Bankangestellte selbst in den Fall verwickelt seien.

Die geschätzte Größenordnung des angerichteten Schadens sollte jedoch kein Problem für die Skandifinanz darstellen, hat diese doch in den ersten beiden Quartalen 2009 eine Bilanzsumme von 23 Milliarden Euro vorzuweisen aus der ein nachsteuerlicher Gewinn von 19,2 Millionen Euro resultiert. Die Eigenmittel der Züricher Bank sind dabei in einer Höhe von 900 Millionen Euro. Bei der Mutter, der Nord/LB wurde in den ersten drei Quartalen ein Konzerngewinn von 117 Millionen Euro verbucht, bei einer Bilanzsumme von 247 Milliarden Euro und einem Eigenkapital, das bei 6 Milliarden Euro liegt.

(Quelle: Hannoversche Allgemeine)