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Moskauer Gerichtsfarce: Kritiker Chodorkowski weiter in Haft – Strafe verlängert

Moskauer Gerichtsfarce: Kritiker Chodorkowski weiter in Haft – Strafe verlängert

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/achimh/5093653467/sizes/m/in/photostream/##achimh
Ex-Öl-Magnat und Ex-Millionär Chodorkowski, der wegen Geldwäsche noch bis 2011 eine achtjährige Haftstrafe verbüßt, ist erneut schuldig gesprochen worden. Er hatte immer mitgeteilt, dass die Haft politisch motiviert und er unschuldig sei.

Bei der erneuten Urteilsbegründung wurde die Presse in Moskaus ausgeschlossen. Er soll – so der bestehende und jetzt bestätigte Vorwurf – 218 Millionen Tonnen Öl gestohlen haben. Ex-Chef Chodorkowski und auch Kreml-Kritiker soll von 1998 bis 2003 im Wert von 27 Milliarden Dollar Öl abgezweigt und verkauft haben. Er war in dieser Zeit Chef des Öl-Konzerns Yukos. Das Unternehmen wurde mehrheitlich an russische Staatskonzerne verkauft.

Jetzt wurde eine Strafe von weiteren sechs Jahren gefordert, auch für seinen ebenfalls angeklagten Ex-Partner Platon Lebedew. Chodorkowski hat im Falle eine Schuldspruchs, der in den nächsten Tagen erst veröffentlicht werden soll angekündigt, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrecht in Straßburg zu ziehen.

Kritik gab es für das Urteil nicht nur von der Opposition sondern auch aus Deutschland und den USA. Es hieß einstimmig, dass dieses Urteil kein gutes Licht auf die derzeitigen Zustände in Russland werfe. Die russische Führung möchte, so glauben politische Beobachter, dass der trotz allem noch einflussreiche und starke Ex-Öl-Magnat über die Präsidentenwahl 2012 in Russland hinaus kalt gestellt werden soll.