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Mittelständler gewinnt gegen Deutsche Bank

Mittelständler gewinnt gegen Deutsche Bank

Die Deutsche Bank muss tief in die Taschen greifen. Das OLG Stuttgart hat einem großen mittelständischen Unternehmen 1,5 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen. Das Gericht hat keine Revision zugelassen. Die Deutsche Bank hat aber angekündigt, dass man beim Bundesgerichtshof (BGH) Rechtsmittel einlegen wolle.

Das OLG vertritt die Ansicht, dass es sich bei sogenannten Zinsswaps um „eine Art von Glücksspiel, das der Kunde mit seiner pauschalen Zinsmeinung gegen die Bank mit ihren hoch entwickelten Rechenmodellen“ spielen würde, handelt.

Gegenstand der Verhandlung war ein Produkt das, auf der Differenz zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinserträgen beruht. Bei diesen Swaps hat die Erwartung gegolten, dass die Zinsen im langfristigen Bereich stärker steigen würden, als die im kurzfristigen Bereich. Diese Wette hatte allerdings nicht funktioniert. So haben viele Unternehmen und Kommunen die Deutsche Bank verklagt.

Von Seiten der Deutschen Bank ist zu hören, dass man Kunden immer auf das hohe Risiko solcher Anlagen hingewiesen hätte und eine angemessene Beratung erfolgt wäre. Bislang gab es sieben OLG-Entscheidungen. Sechs davon sind zugunsten der Deutschen Bank ausgefallen.

Die Richter aus Stuttgart argumentierten, dass die Deutsche Bank die Verträge mit den Zinsswap-Wetten so konstruiert hätte, dass ein Verlust auf Kundenseite wahrscheinlich sei. Außerdem hatte das OLG „inhaltlich fehlerhafte Informationsunterlagen“ der Deutschen Bank zu kritisieren. Aufgrund dieser Tatsachen könne ein Mitverschulden des Kunden nicht erkannt werden. Das Landgericht Stuttgart urteilte seinerzeit anders. Hier sprach man dem Mittelständler eine Teilschuld von fünfzig Prozent zu.

(Quelle: Handelsblatt)