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Warum Chefs Mitarbeiterbefragungen ernst nehmen sollten

Warum Chefs Mitarbeiterbefragungen ernst nehmen sollten

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„Paragraf 1 – der Chef hat immer Recht. Paragraf 2 – wenn das einmal nicht zutreffen sollte, dann tritt automatisch Paragraf 1 in Kraft“ – viele kennen dieses kleine Schild aus dem eigenen Büro. Was sich wie ein Scherz liest, ist jedoch in vielen Firmen und Unternehmen noch immer die Realität. Vor gar nicht allzu langer Zeit war es unüblich, den Chef in irgendeiner Weise infrage zu stellen, der Chef hatte Recht und die Belegschaft hatte ihre Arbeit zu machen und ansonsten den Mund zu halten.

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by Ryan McGuire

Aber die Zeiten haben sich geändert und immer mehr Unternehmen wollen wissen, wie ihre Angestellten über das Unternehmen denken, für das sie arbeiten. Sie fragen nach, wie es mit der Stimmung aussieht und befragen in regelmäßigen Abständen ihre Mitarbeiter, ob sie zufrieden sind oder ob es vielleicht etwas zu verbessern gibt. Wie wichtig diese Mitarbeiterbefragungen sind, das zeigen die Ergebnisse der großen Unternehmen, die sich nicht gescheut haben, den Mitarbeitern mal auf den Zahn zu fühlen.

Mitarbeiter motivieren

Ein Unternehmen, das erfolgreich sein will, muss auch motivierte Mitarbeiter haben. Wer sich für die Firma engagiert oder dort nur seine Arbeit macht, das kann anhand einer Mitarbeiterbefragung sehr schnell geklärt werden. Wenn wie in einem Softwareunternehmen, neun von zehn Mitarbeitern stolz sind für dieses Unternehmen zu arbeiten, dann muss sich der Chef keine Sorgen machen. Wenn aber wie in dem selben Unternehmen vier Jahre zuvor, die Mitarbeiter mit der Führungsetage und dem Führungsstil so gar nicht mehr einverstanden waren, hatte das Konsequenzen und der Chef musste gehen.

Wie es um das Betriebsklima steht, das ist auch so großen Unternehmen wie Daimler, Siemens und Bosch sehr wichtig, denn auch dort werden in regelmäßigen Abständen Mitarbeiterbefragungen durchgeführt.

Schlechte Zeichen

Ein sicheres Zeichen dafür, dass es im Unternehmen nicht mehr so ganz stimmt, ist immer dann gegeben, wenn die Zahl derer schrumpft, die an einer Mitarbeiterbefragung teilnehmen. Wer kein Interesse an einer Befragung hat, der hat auch wenig Interesse an der Firma, für die er arbeitet. Rund 90 % der großen Unternehmen befragt seine Mitarbeiter, weitaus weniger sind es bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Dabei ist es sehr einfach eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen, denn auswertbare Fragen für eine Mitarbeiterbefragung können schnell und einfach erworben werden. Keiner muss sich mehr Gedanken über die richtigen Fragen machen.

Offenbar hat die Deutsche Bahn alles richtig gemacht, denn die Befragung der Mitarbeiter weltweit hatte eine „verhalten positive Grundstimmung“. Jeder Dritte der Bahnmitarbeiter war allerdings der Meinung, dass sie bei den wichtigen Entscheidungen nicht berücksichtigt werden. Das wiederum macht die Führungsspitze ein wenig unruhig, denn mehr als 125.000 der insgesamt 300.000 Mitarbeiter der Bahn wurden zu einem Workshop gebeten und anschließend gab es bei der Bahn 30.000 neue Maßnahmen. Auch wenn Mitarbeiterbefragungen keine Wunschzettel sind, aber Firmen, die diese Befragungen durchführen, sollte nicht den Fehler machen, danach wieder einfach zur Tagesordnung über zugehen.

Kein Unternehmen kann es sich in der heutigen Zeit mehr leisten seine Mitarbeiter nicht danach zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Die Mitarbeiter sind eine Art Gradmesser, wie gesund oder kränkelnd ein Unternehmen wirklich ist.