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Lebensversicherer verstehen nichts von Fonds – Schlechte Fondsauswahl in Policen

Lebensversicherer verstehen nichts von Fonds – Schlechte Fondsauswahl in Policen

Fondsgebundene Versicherungen werden immer beliebter bei den Kunden. Allerdings sind die Produkte oftmals nicht annähernd so gut wie das, was die Hochglanzprospekte versprechen. Deshalb ist es für Kunden oftmals wesentlich sinnvoller, sich an einen unabhängigen Finanzberater zu wenden, als sich Rat bei einem Versicherungsvertreter zu holen.

Hier steckt der Teufel im Detail. Nicht nur, dass die Policen als solche gravierende Unterschiede aufweisen, die für den Otto-Normal-Verbraucher kaum noch herauszufiltern sind, sondern die Fondsauswahl innerhalb der Policen lässt stark zu wünschen übrig.

Dreiviertel der Fonds, die innerhalb der Policen angeboten werden, zeigen starke Schwächen auf, so die Ratingagentur Feri unter Berufung auf eine selbst durchgeführte Studie. Das Renditeversprechen könne nur von 25 Prozent der Fonds eingehalten werden. Feri hat insgesamt 60 Policen miteinander verglichen, die einen Marktanteil von 90 Prozent ausmachen.

Dabei scheinen es sich die Versicherer besonders leicht zu machen. Immer wieder werden sogenannte Flaggschifffonds genutzt. In 35 der 60 Policen findet man beispielsweise den Klassiker unter den Fonds, den Templeton Growth Fund. Dieser hat allerdings gerade in den letzten Jahren besonders geschwächelt. Seit der Fondsmanager des Templeton Growths, Murdo Murchison, sein Amt niedergelegt hat, kommt der Fonds nicht mehr recht vom Fleck. Ohnehin gilt der Fonds als viel zu groß und damit zu träge als dass man von ihm in Zukunft tolle Renditen erwarten dürfe.

Ein noch viel größeres Problem ist, dass die Versicherer eigene Fonds auflegen und Fondsbaskets schnüren, was in den meisten Fällen zu eher geringen Renditen führt. Eine Versicherungsgesellschaft ist eben nun mal kein Anlagehaus. Besonders die hauseigenen Fonds haben laut der Studie schlecht abgeschnitten.