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Langzeitstudie: Dick nicht schick – weltweit eine Milliarde Fettleibige

Langzeitstudie: Dick nicht schick – weltweit eine Milliarde Fettleibige

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/joe_13/188297063/sizes/m/in/photostream/##Joe_13
Dick zu sein ist ein globales Problem. Eine brandneue Langzeitstudie stellt es jetzt fest, außer den politischen Problemen gibt es weltweit auch ein Fettleibigkeitsproblem. Die Ärzte sprechen von einem rollenden „Tsunami der Fettsucht“.

Die Autorin der Studie Majid Ezzati sagte, dass sich selbst das Übergewicht auch jetzt in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen ausgebreitet habe. Also sind Menschen auch in armen Ländern erstaunlicherweise viel zu dick.

Die Forscher der Studie orientierten sich an der WHO-Einteilung in drei Gruppen: Normalgewicht, Übergewicht und Fettleibigkeit und dem entsprechenden Body Mass Index (BMI). Ab einem BMI von 30 sind Menschen als adipös (fettleibig) anzusehen.

Die Studie, veröffentlicht in Lancet, einer britischen Medizinzeitschrift, hat die Daten weltweit aus 199 Ländern und Regionen ausgewertet. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich die Zahl der dicken Menschen in den vergangenen Jahren verdoppelt habe. Geschätzt waren im Jahr 2008 noch 205 Millionen Männer und 297 Frauen auf der Welt zu dick gewesen. Dies zeigen die jetzigen Auswertungen zur Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Cholesterin-Werten.

In Ländern mit hohem Einkommen belegten die USA und Neuseeland die Spitzenposition der Übergewichtigen. Den niedrigsten Wert konnte Japan nachweisen, es hat die wenigsten Dickleibigen. Deutschland lag vergleichsweise beim durchnittlichen Mittelwert. Erstaunlicherweise waren Männer in reichen Regionen stärker übergewichtig als Frauen. In ärmeren Gegenden war es umgekehrt.

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach Gretchen Stevens davon, dass die Veränderungen der Ernährung und der körperlichen Aktivitäten zur weltweiten Ausbreitung von Fettleibigkeit beigetragen habe. Lange bekannt ist, dass Fettleibigkeit das Risiko für Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Diabetes erhöht.

Unser Vorschlag: Vielleicht sollte die WHO nicht nur wie letztes Jahr geschehen zur Schweinegrippen-Pandemie aufrufen, die dann so gar nicht stattfand, vielleicht wäre es einmal angebracht, zu einem weltweiten „bewussten Fastentag“ frei von Religiosität aufzurufen. Damit könnte man dann tatsächlich kostenfrei und effizient seine Gesundheit schützen.